320.337 Osterreicher sind arbeitslos

Wien

320.337 Osterreicher sind arbeitslos

Um 12 Prozent stieg die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich. Aber: Es gibt auch Hoffnung.

Die Arbeitslosen-Zahlen sind erschreckend: Insgesamt 320.337 Österreicherinnen und Österreicher sind derzeit auf Jobsuche. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 34.438. Besonders dramatische Anstiege gab es in der Baubranche (+23,4 %), bei Ausländern (+22,5 %), bei den über 50-Jährigen (+20,1 %) und bei Menschen mit Behinderung (+22,0 %).

Sehr gutes Zeugnis für 
Österreich im EU-Vergleich

Aber: Arbeiternehmern in anderen europäischen Staaten leiden stärker als wir. In Griechenland und Spanien ist derzeit jeder Vierte ohne Job, im EU-Schnitt liegt die Arbeitslosenquote immerhin bei 10,9 Prozent, in Österreich die Arbeitslosenrate aber „nur“ bei 4,6 %. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) gestern: „Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die Krise noch nicht vorbei ist. Österreich ist aber immer noch das Land, das im EU-Vergleich am besten dasteht.“

Weitere Job-Maßnahmen sollen ab Herbst greifen
„Verantwortlich dafür sind die Kurzarbeit der vergangenen Monate und der flexible Arbeitsmarkt, Stichwort: niedriger Kündigungsschutz“, erklärt Julia Bock-Schappelwein vom Wirtschaftsforschungsinstitut.

Gleichzeitig plant Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) weitere Job-Pakete. „Wir haben bereits Konjunkturprogramme beschlossen. Vorgesehen ist, dass wir einzelne Maßnahmen vorziehen“, sagt Hundstorfer im Interview mit ÖSTERREICH (siehe rechts). Diese könnten schon im Herbst anfangen zu greifen. Und: Nicht nur die OMV sucht schon jetzt dringend neue Angestellte..

Fast 2.000 offene Stellen derzeit in Salzburg

Österreichweit sind derzeit nämlich exakt 28.192 Stellen frei. In Salzburg gibt es im Moment beinah 2.000 freie Jobs, in Graz sind es 1.636, in Linz 1.499, in Innsbruck 1.353 und im oberösterreichischen Traun 1.067.

Die besten Chancen bald wieder eine Anstellung zu finden, hat man übrigens in der Elektrobranche, im Fremdenverkehr und im Handel.

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SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer:
»Unsere Maßnahmen sind erst im Herbst spürbar«
ÖSTERREICH:
Die SPÖ gibt sich im Wahlkampf als „Partei der Arbeit“. Wie passen da die Arbeitslosenzahlen dazu?
Rudolf Hundstorfer: Wir haben immerhin auch einen Anstieg an Beschäftigten. Wir leben nicht insulanisch. Derzeit bekommen wir auch das ab, was sich in Europa abspielt. Einen Ausreißer haben wir diesmal in den Zahlen, das ist die Alpine und ein Teil von dayli.

ÖSTERREICH: Müssen Sie jetzt nicht neue Maßnahmen planen?
Hundstorfer: Wir haben bereits Konjunkturprogramme beschlossen. Vorgesehen ist, dass wir einzelne Maßnahmen vorziehen. Die können aber erst im Herbst zu greifen beginnen. Zweitens nützen wir unsere Qualifizierungsprogramme. Die Hälfte derer, die arbeitslos sind, hat keine berufliche Qualifikation.

ÖSTERREICH:
Jeder 4. ist länger als ein Jahr arbeitslos. Ein Armutszeugnis für das AMS?
Hundstrofer: Nein, den Langzeitarbeitslosen müssen wir eben Qualifikation vermitteln. Viele von ihnen sind auch gesundheitlich ­benachteiligt.

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