Österreich-Umfrage

75 Prozent gegen Tempo 100

Auf einem Viertel unserer Autobahnen gilt ab November "Tempo 100“. 75 Prozent der Österreicher sind laut Umfrage strikt dagegen.

Aufregung um die Tempolimits auf Österreichs Autobahnen: Ab November werden die Autofahrer auf insgesamt 491 Kilometer auf unseren Autobahnen nur mehr mit Tempo 100 unterwegs sein dürfen. Das ist ein Viertel unseres Autobahn-Streckennetzes. Doch: 75 Prozent der Österreicher sind gegen das Tempo-100-Limit. Das ist das Ergebnis der jüngsten Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH.

Gorbach gegen Limit
Zuständig für den Tempolimit-Wildwuchs sind die Verkehrsreferenten der Bundesländer. Sie haben die Möglichkeit „Tempo 100“ Teststrecken auf den Autobahnen einzuführen. Verkehrsminister Hubert Gorbach dazu: „Im Gesetz steht, dass nach drei Monaten nachgewiesen werden muss, dass diese Teststrecken sinnvoll sind. Wenn das nicht so ist – wovon ich überzeugt bin, werde ich die Tempo 100 Zonen stoppen.“

Vorreiter Oberösterreich
Vorgeprescht ist der Oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober. Der Grüne will trotz heftigster Kritik am Tempolimit festhalten. Ab 1. November wird „Tempo 100“ auch in Tirol gelten - zwischen Kufstein-Süd und Zirl. Dort soll die Beschränkung der Geschwindigkeit permanent gelten und mit einfachen Verkehrsschildern angezeigt werden. Allerdings nur bis zum 30. April 2007. Danach will Verkehrslandesrat Hans Lindenberger eine Verkehrsbeeinflussungs-Anlage installieren. Diese Anlage schlägt Alarm, sobald die Luftverschmutzung zu groß wird und dann tritt das „Tempo 100“-Limit in Kraft. Fritz Gurgiser, Chef des Transitforums in Tirol zum Tempolimit: „Ich bin ein Praktiker. Viel schneller fahren wir in Tirol sowieso nicht. Endlich werden PKW nicht mehr als Heilige Kuh gesehen. Jeder muss zur Luftsituation einen Beitrag leisten.“

Streit über Feinstaub-Entlastung
Mit der Tiroler Lösung kann Verkehrsminister Hubert Gorbach leben. Gegen ein allgemeines Tempolimit spricht für ihn eine Studie des Verkehrsministeriums: Der Anteil des Straßenverkehrs an der gesamten Feinstaubbelastung ist demnach mit 13,6% relativ gering. Industrie und Kleinverbraucher seien - so die Studie - die Hauptverursacher. Der Anteil des hochrangigen Straßenverkehrs also die hier diskutierten Autobahnen und Schnellstraßen liegt nur bei 6%. Drei Viertel dieses ohnehin geringen Anteils an der Feinstaubbelastung stammt vom LKW-Verkehr, der vom geplanten Tempo 100-Limit nicht betroffen ist. Gorbach: „Eine Senkung des Autobahntempolimits auf 100 km/h bringt also kaum Verbesserungen in diesem Bereich, ist aber für Autofahrer schikanös.“

Doch auch in der Steiermark will der zuständige Landesrat Manfred Wegscheider ab dem Winter „Tempo 100“ rund um Graz einführen. Wegscheider: „Das Tempolimit ist im Kampf gegen den Feinstaub nötig.“ „Falsch“, sagt Gorbach: „Die Maßnahmen in der Steiermark sind wirklich Wahnsinn und reine Willkür gegen Autofahrer.“

Die Österreich-Karte mit Tempo-Limits - Hier zum Ansehen

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