In Österreich ist eine Debatte über die Namen traditioneller Après-Ski-Getränke entbrannt. Bezeichnungen wie "Haxenspreizer", "Heiße Witwe", "Heiße Oma" oder alkoholfreie Drinks mit dem Namen "Jungfrau" stehen zunehmend in der Kritik.
Vertreterinnen der Antidiskriminierungsstelle Salzburg betonen, dass Sprache der Spiegel der Gesellschaft sei. "Eine sensible Sprache steht dafür, dass es in unserer Gesellschaft ein gestiegenes Bewusstsein für Gleichberechtigung und Alltagsdiskriminierung Einzug gefunden hat. Deshalb ist es wichtig, diese nicht mehr zeitgemäßen Begriffe auch nicht mehr zu verwenden", sagt Selina Oberortner von der Antidiskriminierungsstelle in der Stadt Salzburg, gegenüber "ORF Salzburg". So sind etwa vor 14 Jahren, nach öffentlichen Diskussionen, das "Zigeunerschnitzel" und "der Mohr im Hemd" von den Speisekarten verschwunden.
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Die Salzburger Professorin für Politik und Geschlecht, Zoe Lefkofridi, stuft derartige Namen von Getränken als "sexistisch" und "respektlos" ein. "Es ist nicht kriminell, dass diese Namen auf Getränkekarten stehen, aber es ist beleidigend und sexistisch und wir sollten darüber reden", sagt Lefkofridi im Gespräch mit "ORF Salzburg".
Ebner: Verantwortung liegt bei den Betrieben
Auch die Wirtschaftskammer Salzburg spricht sich für eine Anpassung aus. Wirtesprecher Albert Ebner erklärt jedoch, dass er die Namen nicht verbieten könne. Diese Getränkenamen seien nicht mehr zeitgemäß, so Ebner. Oft frage die Kundschaft mit diesen Namen nach den Getränken – das gehe gar nicht immer von den Unternehmerinnen und Unternehmern aus. Letztlich liege die Verantwortung bei den Betrieben.
Eine "ORF"-Online-Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Befragten kein Problem mit den Namen haben, während nur 27 Prozent sie als veraltet empfinden.