Messerstiche in Asylheim: Prozess in Eisenstadt

Angeklagter teils geständig

Messerstiche in Asylheim: Prozess in Eisenstadt

Der 24-Jährige gibt zu, zugestochen zu haben, bestreitet aber den Tötungsvorsatz.

In einer Unterkunft für Asylwerber in Eisenstadt war im Jänner ein Streit zwischen zwei Asylwerbern eskaliert. Dabei hatte ein 24-jähriger Iraner auf einen 26-jährigen Mitbewohner eingestochen. Der Mann musste sich heute, Dienstag, wegen versuchten Mordes vor einem Geschworenensenat verantworten. Dabei gab der 24-Jährige zu, zugestochen zu haben. Er bestritt jedoch den Tötungsvorsatz.

In dem Asylwerberheim, wo Beschuldigter und Opfer lebten, war eine dreistellige Zahl von Personen untergebracht - das sei eine fürs Burgenland relativ große Unterkunft, meinte Staatsanwalt Roland Koch. Im Zimmer, wo es zu der Bluttat kam, wohnten vier Männer. Für die Betroffenen sei das "keine ganz angenehme Situation: Da kann es schon einmal zu kleinen Konflikten oder Auseinandersetzungen kommen, wenn man auf so kleinem Raum zusammenlebt."

Messer in Rücken gestoßen

Dies alles seien jedoch "Lappalien" gewesen im Vergleich zu dem Vorfall am 30. Jänner: Der 24-Jährige habe dem 26-Jährigen dabei mit einem Küchenmesser mit 31 Zentimeter langer Klinge viermal "mit großer Wucht" in den Rücken gestochen, führte Koch aus. Als das Opfer bereits am Boden gelegen sei, habe der 24-Jährige noch einen Stich in Richtung Kopf geführt, den das Opfer habe abwehren können. Dabei habe der 26-Jährige eine Verletzung erlitten.

Das Messer traf die Lunge, durch den Stich sei der Brustraum eröffnet worden, es kam zu massiven Blutungen, erläuterte der Staatsanwalt. Man könne von Glück sprechen, dass das Opfer nicht verstorben ist. Hätte einer der Stiche ein paar Zentimeter näher zum Herzen geführt, "dann haben wir keinen versuchten, sondern einen vollendeten Mord".

"Grundsätzlich geständig"

Sein Mandant sei "grundsätzlich geständig, was die vier Stiche betrifft", sagte der Verteidiger des 24-Jährigen. Zum fünften versuchten Stich sei der 24-Jährige nicht geständig. Der Angeklagte habe den 26-Jährigen nicht töten wollen: "Er wollte ihn verletzen." Es handle sich daher um absichtliche schwere Körperverletzung.

Das spätere Opfer habe den Angeklagten, der eigentlich "ein guter Junge" sei, ständig provoziert - "und das über mehrere Monate hinweg", sagte der Verteidiger. Der 24-Jährige sei unter Druck gesetzt und eingeschüchtert worden: "Er hat sich das alles gefallen lassen." Der 26-jährige Mitbewohner sei hingegen nach Vorfällen aus einem anderen Heim nach Eisenstadt verlegt worden. Danach habe sich offensichtlich die ganze Aggressivität des Mannes auf den 24-Jährigen konzentriert.

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