VCÖ-Analyse

28,8 Millionen Autos: Das ist der Verkehrs-Hotspot in NÖ

Die Verkehrsbelastung ist weiter hoch, obwohl sowohl der Autoverkehr, als auch der Lkw-Verkehr sind auf einigen Abschnitten von Niederösterreichs Autobahnen und Schnellstraßen im 1. Halbjahr zurückgegangen ist. 

Auf der A2 bei Biedermannsdorf - dem Verkehrshotspot Niederösterreichs - wurden im ersten Halbjahr unglaubliche 28,8 Millionen (-1,9 %) Kraftfahrzeuge gezählt. Zwar ging der Autoverkehr im Halbjahr auf Niederösterreichs Autobahnen und Schnellstraßen auf 26 von 59 Zählstellen zurück, doch das reicht laut VCÖ bei weitem nicht aus.  

Auch auf der A4 bei Mannswörth wurden 17,1 Millionen Fahrzeuge (-2,0 %) gezählt. Auf der A21 bei Brunn am Gebirge waren es 15,8 Millionen (-1,6 %). Selbst auf der A1 bei St. Pölten wurden noch 14,5 Millionen Fahrzeuge (+0,3 %) registriert. Der Großteil davon waren Pkw. Der VCÖ nennt bei der A2 einen Anteil von 92 Prozent.

Beim Schwerverkehr zeigt sich ein ähnliches Bild. Zwar nahm die Zahl der Lkw auf 39 der 59 Zählstellen ab. Doch noch immer ist die Belastung durch tonnenschwere Transporter auf den wichtigsten Strecken hoch. Die Auswirkungen für Mensch und Umwelt sind deutlich spürbar.

Hoffnung liegt im Mobilitätsmanagement

Es gibt Wege aus dem Dauerstau. Der VCÖ sieht sie bei Betrieben, Gemeinden und Freizeiteinrichtungen. Wer Mobilität neu denkt, kann den Verkehr verringern und gleichzeitig den Alltag erleichtern.

"Die Mobilität erhöhen und gleichzeitig die Verkehrsbelastung reduzieren, ist möglich, wenn mehr Fahrgemeinschaften gebildet werden und dort, wo es möglich ist, Autofahrten auf Bahn oder Bus verlagert werden“, sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Unternehmen können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser informieren. Etwa darüber, welche Bus- und Bahnverbindungen es gibt oder wie man mit Park & Ride und Bike & Ride einen Teil des Arbeitsweges umweltfreundlich zurücklegt. Wer Jobtickets oder Firmenfahrräder anbietet, leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag. Auch digitale Tools wie Mitfahr-Apps machen einen Unterschied.

Doch nicht nur Arbeitgeber sind gefragt. Gemeinden und Städte können mit intelligenter Raumplanung den Verkehr gezielt lenken. Wer Ortskerne stärkt und Zersiedelung vermeidet, spart Kilometer und senkt die Mobilitätskosten. Der VCÖ sieht darin eine der zentralen Stellschrauben für eine nachhaltige Zukunft.

Die Verantwortung wächst

Der Handlungsdruck steigt. Neben Politik und Wirtschaft sieht der VCÖ auch die Konsumentinnen und Konsumenten in der Pflicht. Wer regionale und langlebige Produkte kauft, entlastet nicht nur die Umwelt, sondern reduziert auch den Lkw-Verkehr.

Ein weiteres Versprechen liegt auf den Schienen. Die Potenzialanalyse der Schieneninfrastruktur-Gesellschaft SCHIG zeigt, wo neue Gleisanschlüsse entstehen könnten. Auch in Niederösterreich bieten viele Standorte gute Voraussetzungen für den Umstieg vom Lkw auf den Zug.

VCÖ-Experte Schwendinger fordert ein Umdenken bei der Standortwahl. Wer Betriebe in Bahnhofsnähe ansiedelt, schafft echte Alternativen zum Auto. Das gilt auch für Freizeiteinrichtungen und Geschäfte.

Noch aber bleibt das Bild geprägt von Staus, Stress und Schadstoffen. Der Weg zur Verkehrswende ist gezeichnet, doch er muss noch gegangen werden.

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