Gesundheitsplan 2040

Neues Projekt verkürzt Wartezeiten bei HNO-Eingriffen für Kinder

Viele Kinder in Niederösterreich benötigen medizinische Eingriffe im HNO-Bereich, müssen aber monatelang auf einen Termin warten. Mit einem zusätzlichen OP-Angebot in Klosterneuburg reagiert das Land auf die Situation. 

In Niederösterreich stehen aktuell rund 1.500 Kinder auf der Warteliste für planbare HNO-Eingriffe. Viele leiden unter vergrößerten Rachenmandeln oder chronischen Mittelohrentzündungen. Das erschwert das Hören, belastet den Schulalltag und trifft die Familien oft mit voller Wucht. Die durchschnittliche Wartezeit für einen Eingriff beträgt bis zu 18 Monaten. Auch die Kliniken stoßen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen.  

Nun gibt das neue Projekt "HNÖ Hilft  Hoffnung. Ab Herbst 2025 startet im Landesklinikum Klosterneuburg ein zusätzliches OP-Angebot für Kinder ab dem vierten Lebensjahr. Dieses soll die Versorgung beschleunigen, ohne lange Anfahrtswege und mit höchsten medizinischen Standards.

Neues Angebot verkürzt Wartezeiten

Möglich wird das Ganze durch eine klare Umstrukturierung im Rahmen des Gesundheitsplans 2040+. Die Geburtshilfe wird künftig im Universitätsklinikum Tulln gebündelt. So bleibt die medizinische Qualität gesichert. Gleichzeitig entsteht am Standort Klosterneuburg Raum für eine neue, öffentliche und bedarfsorientierte Versorgung.

ÄKNÖ-Präsident Harald Schlögel, LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam und Landesrat Ludwig Schleritzko.

ÄKNÖ-Präsident Harald Schlögel, LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam und Landesrat Ludwig Schleritzko.

© NLK/Pfeffer

Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) erklärt, man nutze die frei gewordenen Ressourcen, um die langen OP-Wartezeiten für Kinder zu verkürzen. Das sei nicht nur effizient, sondern auch ein Beispiel dafür, wie moderne Gesundheitsversorgung funktionieren könne. Die Entscheidung sei gut durchdacht und diene allen Beteiligten. "Unser Ziel ist es, dass Kinder in Niederösterreich rasch und verlässlich jene Eingriffe erhalten, die sie brauchen", so der Landesrat.  

Klarer Plan für kranke Kinder

Im Fokus stehen zwei häufige Eingriffe. Zum einen die Entfernung der Rachendachmandel, auch als kindliche Polypen bekannt. Zum anderen die sogenannte Paukendrainage mit einem kleinen Schnitt im Trommelfell. Durchgeführt werden die Operationen von spezialisierten HNO-Teams der Landesgesundheitsagentur (LGA), und zwar an gezielt festgelegten Tagen. "Wir planen ab Herbst fixe Tage, an denen die Operationen im Klinikum Klosterneuburg stattfinden", so LGA-Verständin Elisabeth Bräutigam.

Für Freude sorgt das neue Angebot auch bei Harald Schlögel, Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich.  "Am Projekt teilnehmen können alle HNO-Ärztinnen und Ärzte, unabhängig davon, ob sie selbstständig oder angestellt sind", informiert der der Präsident. Er betont, dass die Eingriffe ohne Zusatzkosten im öffentlichen Gesundheitssystem erfolgen und keine private Versicherung notwendig ist.

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