Bei Schimmel kann man den Augen nicht trauen - oft erkennt man ihn nicht. Bei einem Wasserschaden zum Beispiel können sich Sporen hinter Fließen und Wänden verbergen und gesundheitliche Probleme auslösen. Ein Schimmelspürhund kann hier Abhilfe schaffen.
Der Arbeitsplatz von Border-Collie-Hündin Lou ist meist ein Einfamilienhaus. Diesmal wurde sie von Karin Motlicek aus Pottendorf (Bezirk Baden) angefordert. Sie möchte im Keller ihres Hauses Schimmelbefall ausschließen – dort wo man ihn mit freiem Auge nicht sehen kann. Motliceks Keller stand 2024 unter Wasser. Mittlerweile hat sie ihn renoviert. „Wir haben uns vor allem um die Wände gekümmert, die feucht waren. Nun möchte ich wissen, ob auch im Boden Schimmel ist, denn es ist ein Spielkeller und ich möchte nicht, dass meine Enkelkinder den Schimmel einatmen müssen.“
Bei Fund erstarrt der Hund
Für Hündin Lou eine alltägliche Aufgabe. Zuerst legt Hundeführerin Elisabeth Edlingerihrer ihrem vierbeinigen Assistentin das Arbeitshalsband an, dann geht die Arbeit los. Zuerst wird der Hund alleine in die Räume losgeschickt. „Er sucht einmal selbst alles ab. Und wenn er da noch nichts findet, machen wir eine Feinsuche. Dabei führe ich ihn an gewissen Stellen entlang“, erklärt Edlinger. Es dauert nicht lange, bis die Schimmelspürnase anschlägt. Dann erstarrt sie an einer Stelle. „Das nennt sich passive Anzeige. Der Hund bleibt so lange starr stehen, bis ich ihn wieder wegrufe. Das heißt dann, er hat Schimmel gefunden. In diesem Fall wahrscheinlich im Boden“, so die Hundeführerin. Und als Belohnung gibt es natürlich ein Leckerli.
Einsatz nach Hochwasser und Lungenproblemen
Zur Hilfe gerufen werden die Vierbeinerin und ihr Frauchen aus den unterschiedlichsten Gründen. „Etwa, wenn jemand Probleme mit der Lunge hat und nicht weiß, wo das herkommt. Oder auch Eltern, die sich Sorgen um ihre Kinder machen und nach einem Hochwasser Schimmel ausschließen möchten“, sagt Edlinger. Dass die Tiere hinter Tapeten, Sesselleisten oder im Boden Schimmelzellen derart gut aufspüren können, liegt daran, dass sie rund 40 Mal so viele Riechzellen wie der Mensch haben. Und intensives Training steht an der Tagesordnung – ähnlich zu dem von Drogenspürhunden.