Nur 13 Stimmen

Windrad-Schocker in Burgschleinitz

Knapper geht's kaum: Mit hauchdünner Mehrheit hat die Marktgemeinde Burgschleinitz-Kühnring das Windkraft-Projekt des Verbund versenkt – und das Ergebnis sorgt für Wirbel!

423 gegen 410 – gerade einmal 13 Stimmen Unterschied haben am Sonntag über die Zukunft von drei Windrädern im Bezirk Horn entschieden. Die Gegner haben sich durchgesetzt, das Millionenprojekt ist Geschichte.

Bürgermeister schockiert

Im Bild Windräder im Raum Bruck an der Leitha.

Im Bild Windräder im Raum Bruck an der Leitha.

© APA/HANS KLAUS TECHT

ÖVP-Ortschef Andreas Boigenfürst kann es kaum fassen: Persönlich findet er die Entscheidung schade – die Gemeinde hätte mit den Windrädern einen echten Beitrag zur Energiewende leisten können, so sagt er. Aber Versprechen ist Versprechen: "Natürlich hält sich die Gemeinde nun an das Ergebnis." Bei einer Wahlbeteiligung von satten 74,96 Prozent war das Ergebnis ohnehin bindend.

Verbund rechnet vor – und ist sauer

Der Energieriese nimmt das Aus mit Bedauern zur Kenntnis – und lässt Zahlen sprechen: Die drei Windräder hätten Strom für 17.000 Haushalte geliefert! "Eine große Zukunftschance wurde vergeben", schimpft der Verbund. Dabei hatte das Unternehmen im Vorfeld sogar mit Billig-Strom für die Gemeinde gelockt – vergebens!

Flugblätter, Streit, Zitterfinish

Jahrelang wurde an dem Projekt "gebastelt", doch je näher die Abstimmung rückte, desto hitziger wurde die Debatte. Flugblätter machten die Runde, viele Bürger sprachen sich öffentlich gegen die Windräder aus. Am Ende entschieden 13 Stimmen über Millionen-Investition und Energiezukunft. Burgschleinitz hat gesprochen – knapper war eine Wahl selten!

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