Kaliber ab 9mm

Schuss auf Moschee in Hollabrunn: Zwei weitere Tatorte!

Nach dem Schuss auf den Eingangsbereich der Moschee des Vereins der Albanischen Muslime in Hollabrun gibt es offenbar zwei weitere Tatorte: Gefeuert wurde auch auf das Parteilokal der Grünen und auf ein geparktes Auto.

NÖ. Nach dem Schuss auf den Eingangsbereich der Moschee des Vereins der Albanischen Muslime in Hollabrunn in der Nacht auf Sonntag sind am Montag weitere Überprüfungen im Gange gewesen. Die vom Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung geleiteten Ermittlungen liefen "auf Hochtouren", sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager zur APA. Um Hinweise wurde gebeten. Die betroffene Gemeinschaft verurteilte indes den Vorfall.

Doch möglicherweise gibt es gar keinen islamfeindlichen Anschlag - sondern jemand feuerte einfach so in der Bezirksstadt im Weinvierte herum: Der Schuss auf die Moschee dürfte gegen Mitternacht abgegeben worden sein. Ebenfalls in der Nacht auf Sonntag wurde rund eineinhalb Kilometer entfernt auf den Pkw gefeuert, so die Polizei. Ein Projektil wurde sichergestellt. Angezeigt wurden am Montag schließlich auch zwei Schüsse auf das Parteilokal der Hollabrunner Grünen, die laut Exekutive im Zeitraum von Freitag bis Montag abgegeben worden sein dürften. 

moschee NÖ
© Alkig

Weiterhin untersucht wurde, ob es einen oder mehrere Täter gibt. Überprüfungen liefen auch hinsichtlich des Projektils bzw. der Munition. Bekanntgegeben wurde hier am Sonntag, dass es sich um ein Faustfeuerwaffenkaliber ab neun Millimeter handelt, welches genau blieb vorerst offen. Hinweise können an die Polizeiinspektion Hollabrunn gerichtet werden. Entgegengenommen werden sie unter der Telefonnummer 059 133/3410.

moschee hollabrunn
© zVg

"Die albanische muslimische Gemeinschaft in Österreich verurteilt diese Gewalttat gegen eine religiöse Einrichtung scharf", hieß es via Facebook seitens der Albanischen Kultusgemeinde. Appelliert wurde an Politik und Öffentlichkeit, "jede Form von Anstiftung oder Hassrede gegenüber religiösen Institutionen und ihren Mitgliedern zu unterlassen".

Projektil durchschlug Rahmen der Eingangstür

moschee NÖ
© Alkig

In den Räumlichkeiten befand sich zum Zeitpunkt der Tat niemand, es gab keine Verletzten. Unmittelbar zuvor hatten etwa sechs Personen das Objekt verlassen. Der Obmann des Vereins, der im Obergeschoß des Hauses wohnt, hörte kurz nach Mitternacht einen Knall. Als er sich wenig später - unabhängig davon - mit einer weiteren Person traf, entdeckte er Polizeiangaben zufolge das Einschussloch im Eingangsbereich. Das Projektil hatte den Rahmen der Eingangstür durchschlagen, ging durch einen Raum und eine Doppelglasscheibe und blieb im Innenhof liegen.

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