Beim Herumfuchteln mit einem Messer versetzte ein Serbe einem Wiener Alk-Kumpel "unabsichtlich" einen Bauchstich. Statt die Rettung zu rufen gaben sich die beiden weiter die Kante - erst als die Schmerzen das Opfer kollabieren ließen, wählte man den Notruf und erfand einen Raubüberfall.
Wien. Die Suff-Brüder-Story im Detail: Mittwochabend wurde ein 32-Jähriger mit einer Stichverletzung im Unterbauch im Bereich der Simmeringer Hauptstraße und der Weißenböckstraße im Nahbereich eines Supermarktes aufgefunden. Den ersten Angaben zufolge soll er von einem ihm unbekannten Mann nach einer Zigarette gefragt worden sein. Als der 32- jährige Wiener angab, keine zu besitzen, soll der Unbekannte ein Messer gezogen und ihn damit verletzt haben. Das Opfer wurde durch die Berufsrettung Wien notfallmedizinisch versorgt und in ein Spital gebracht.
- 85-Jährige brutal beraubt - Syrer gefasst
- Waffenarsenal und Pornosammlung bei Ex-SPÖ-Autor!
- Disco-Besucher (45) in Lokal halbtot geprügelt
Was tatsächlich passiert ist, fand dann das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Süd, heraus: Demnach war der blutige Raubüberfall erfunden gewesen, eine Notlüge quasi, weil ein serbischer Tschecherant (25) seinen Kumpel "vermutlich im alkoholisierten Übermut" (so die Polizei) mit seinem Messer verletzt hatte.
Unfassbar: Nach dem Bauchstich suchten die beiden die Wohnung des Opfers auf. Dort versorgten sie die Wunde (mit Wundspray und Pflaster) und begaben sich anschließend zu einer nahegelegenen Tankstelle, um sich weiter die Promillekeule zu geben. Aufgrund der stärker werdenden Schmerzen, über die sein Kumpel klagte, verständigte der 25-Jährige den Notruf und flüchtete.
Der Tatverdächtige wurde Donnerstagabend im Nahbereich festgenommen. In seiner Unterkunft fand sich eine geringe Menge Suchtmittel sowie mehrere Messer. Eines davon wies eindeutig Blutspuren auf. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde der 25-Jährige in eine Justizanstalt gebracht. Er verweigerte jede Aussage. Weitere Erhebungen hinsichtlich auch weiterer Zeugen sind im Gange.