Wiens Vizebürgermeister für

"Noch diese Woche Aus für Masken in Schulen"

"Noch diese Woche Aus für Masken in Schulen"
© Wolfgang Wolak
Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) im Talk über Corona und Flüchtlinge.
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ÖSTERREICH: Wie lief der Schulstart mit den Corona-Tests?

Christoph Wiederkehr: Das ist gut eingespielt. Mit den derzeitigen Infektionszahlen ist es noch hilfreich, einmal in der Woche testen zu können. Corona ist endlich nicht mehr das bestimmende Thema im Alltag der Schulen. Die Pandemie war bisher eine unglaubliche Belastung. Ich sehe mich als Anwalt der Kinder, dass die so viel Freiheit und Bewegung wie möglich haben können. Wir holen ja etwa im Sommer Schwimmkurse nach.

ÖSTERREICH: Der Maskenzwang in den Schulen ist aber weiter umstritten …

Wiederkehr: Ich kann die Maske nicht nachvollziehen, wenn sie sonst überall fällt. Die Maskenpflicht am Gang muss weg. Am besten noch diese Woche. Sie ist nur bei Ansteckungsfällen in einer Klasse sinnvoll.

ÖSTERREICH: Wie ist der Stand bei den Flüchtlingen aus der Ukraine in Wien?

Wiederkehr: Die Behördenzusammenarbeit hat sich verbessert. Es ist aber noch immer ein Thema, wie lange es dauert, bis Vertriebene Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen. Wir haben schon 1.700 ukrainische SchülerInnen in Wien. Das sind über 80 Klassen oder vier größere Schulgebäude.

ÖSTERREICH: Wie stabil ist der Konsens in Wien zu den Ukraine-Flüchtlingen? Da gab es schon Debatten um ukrainische Luxus-Karossen etc.

Wiederkehr: Ich erlebe eine große Geschlossenheit, dass man Menschen hilft, die vor Putins Krieg flüchten mussten. Es gibt nur einzelne rechte Politiker, die eine Neiddebatte schüren wollen. Ich bin stolz, dass wir in Wien schon für 16.000 Menschen Hilfe organisieren konnten.

ÖSTERREICH: Wie stehen Sie zum Lobautunnel und zur Stadtstraße?

Wiederkehr: Die Stadtstraße brauchen wir, weil Wien die Seestadt braucht und wir nicht wollen, dass der Speckgürtel total zersiedelt wird. Ganz anders ist es mit dem Lobautunnel, der viele Milliarden kostet und weder ökologisch noch ökonomisch Sinn macht. Der ist nicht erforderlich, wenn wir die Donaustadt auf andere Art vom Verkehr entlasten können.

ÖSTERREICH: Michael Ludwig findet Rot-Pink auch als interessantes Modell für den Bund. Wie sehen Sie das?

Wiederkehr: Wir sehen in Wien, dass die rot-pinke Regierung sehr gut funktioniert und ein Vorbild sein kann. Ja. Wir wollen im Bund auch Verantwortung tragen. Wir Neos sind aber auch offen für Modelle wie in Salzburg, wo wir mit der ÖVP und den Grünen regieren. Wir beurteilen das danach, wo wir die meisten Fortschritts-Chancen sehen. In Wien funktioniert es jedenfalls mit der SPÖ sehr gut. Die ÖVP muss sich im Zuge der offenen Verfahren selbst überdenken. Sie muss zu einer anständigen Politik zurückfinden.

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