Festival findet statt

Frequency-Veranstalter Tatar: "Wir sagen nicht ab"

Frequency Festival
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Im Interview räumt der Frequency Veranstalter mit den zuletzt aufgekommenen Absage-Gerüchten auf.
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Der Veranstalter des Frequency-Festivals Ewald Tatar räumt im Interview mit den Absage Gerüchten auf und erklärt seine Teststrategie für das Mega-Festival.

Findet das Frequency Festival statt?
Tatar: Ja. Wir werden es jedenfalls nicht absagen. Wir wollen das Festival durchführen. Es gibt klare Richtlinien vom Bund wie das stattzufinden hat. Die werden wir erfüllen. Wenn man jetzt meint dass man das ganze oder uns das ganze noch erschweren muss dann soll es so sein: Wir werden diese Herausforderungen auch annehmen. Aber wir werden definitiv nicht aufgeben. Wir werden definitiv nicht die sein, die das Festival absagen.

Was wenn es doch noch abgesagt wird?
Tatar: Das wäre eine fatale Entscheidung. Die wird nicht nur das Festival betreffen und nicht nur viele Jugendliche betreffen, die sich seit Wochen darauf freuen und die dafür kein Verständnis aufbringen werden. Sondern das wird nachhaltig den Kultursommer beeinflussen. Die Entscheidung der Regierung hat viel Freude und Hoffnung bereitet und nun diese Freude und Hoffnung doch wieder zu nehmen wird sich massiv auf die Vorsicht bei Veranstaltungen in den ganzen Sommer hineinziehen. Und wohl auch bis ins nächste Jahr. Und das kann für die Kultur in Österreich ein kleiner Flächenbrand werden.

Apropos Flächenbrand. Virologen warnen bereits vor einem Corona-Cluster am Frequency…
Tatar: Ich habe keine Angst davor und ich verstehe auch die Panikmache nicht. Wir hatten zuletzt 84 neue Fälle. Die Zahlen sind seit Wochen stabil. Wir haben ganz klare Zahlen aus England wo natürlich die Delta Variante im Vormarsch ist. Aber davon sind wir weit entfernt. Auch die Kurve der Hospitalisierungen ist total flach. Warum müssen wir weiterhin Angst erzeugen, wenn sogar die Bundesregierung sagt „Ihr jungen seid jetzt dran“. Was wollt ihr von uns? Lasst jetzt bitte auch endlich die Jungen dran!

Das Virus gilt ja als unberechenbar. Bei welchen Zahlen würden Sie die Notbremse ziehen?
Tatar: Dort stehen wir momentan noch nicht. Ich bin kein Virologe und schaue auch in keine Glaskugel. Ich gehe vom aktuellen Status Quo aus. Wir haben in sechs Wochen ein Festival und nicht erst in sechs Monaten. Und da muss ich ganz klipp und klar sagen: Wir arbeiten an dem Festival weiter. Und nochmal: ich verstehe es nicht. Ich kann das Ganze nicht nachvollziehen. Es hat ja gerade Großveranstaltungen gegeben. Einen Grand Prix in Spielberg mit 100.000 Besuchern. Nur beim Frequency klingt bereits durch, dass wir mit PCR-Tests arbeiten müssen. Ok. Nehmen wir auch noch an. Dann soll es eben so sein. Aber dann ist dieses Netz derartig engmaschig, dass ich nicht mehr weiß was man eigentlich von uns will. Wollt ihr Veranstaltungen? Wollt ihr, dass unser Leben zurück kehrt? Oder wollt ihr das nicht? Aber dann lassen wir uns halt unser Leben nehmen. Aber ich lasse mir das definitiv nicht nehmen und werde weiter für dieses Festival kämpfen und es definitiv nicht absagen.

Wird die Hochkultur bevorzugt? Gibt’s so etwas wie eine Zwei-Klassen- Gesellschaft?
Tatar: Auf diese Diskussion will ich mich nicht einlassen. In der Hochkultur gibt’s ganz andere Vorraussetzungen. Das ist klar. Ich wünsche jedem Kultur-Veranstalter, dass er jetzt Veranstalten darf und damit Leute glücklich machen kann. Und das soll auch unsere neue Kampagne „Back to live“ verdeutlichen.

Das Frequency geht jetzt sogar vier Tage. D.h man muss sich dazwischen testen…
Tatar: Bei dem Punkt sind wir noch gar nicht. Man muss jetzt erst mal wissen, ob dieses Festival überhaupt stattfinden kann.

Aber Sie sagen ja: Es findet statt…
Tatar: Von uns aus schon. Aber die Entscheidung müssen jetzt andere treffen. Ich will das Festival spielen, das ist ganz klar. Aber letztendlich braucht man so etwas wie eine Art Festival-Verordnung. Und dann werden wir es unter diesen Voraussetzungen spielen. Obwohl es eine ganz klare Richtlinie des Bundes gibt. Und anhand dieser könnte man das Festival easy spielen. Wenn man es uns schwerer machen will - ok. Dann werden wir uns dieser Herausforderung stellen, aber auch dann wollen wir es spielen. Wir arbeiten mit 3G. Wenn man jetzt das 3. G , also getestet, von Antigen-Test auf den PCR-Test rüberspielen möchte, dann soll es so sein. Das wird natürlich für den der sich testen lassen muss ein erheblicher Mehraufwand an Zeit werden. Und für uns ein logistischer Mehraufwand. Aber auch das ist möglich.

Sie müssen dann am Frequency sowohl am Campingplatz als auch am Konzertgelände die Tests kontrollieren…
Tatar: Ja. Das braucht doppelt so viele Kontroll-Organe und damit haben wir auch kalkuliert.

Die Headliner kommen durchaus aus Österreich oder Deutschland. Das macht es wohl logistisch etwas einfacher…
Tatar: Das macht es einfacher und dementsprechend war es auch einfacher das Festival wieder auf „go“ zu schalten. Im Endeffekt geht es darum, dass es das Festival gibt. Alleine schon die Ankündigung hat viel Freude und Hoffnung bereitet und deshalb ist es umso unverständlicher warum man jetzt alles schlecht reden muss.

Thomas Zeidler

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