Gemeinsamer Auftritt von FPÖ-Chef und Autor am Wiener Flughafen. Kritisiert wird die "unkontrollierte Massenzuwanderung" nach Österreich und in die EU.
Der rechte Polit-Blogger und Autor Gerald Grosz will an den kommerziellen Erfolg seines ersten Buchs "Merkels Werk - unser Untergang" anknüpfen. "Ab nach Hause" lautet der nicht weniger kontroverse Titel seines neuen Werks, das ein weiteres Mal die seiner Meinung nach politisch gesteuerte, "unkontrollierte Massenzuwanderung" anprangert. Bewerben ließ Grosz sein neues Werk durch FPÖ-Obmann Herbert Kickl bei einem gemeinsamen Auftritt am Donnerstag am Wiener Flughafen.
Kickl beteuerte bei der Veranstaltung zwar, "Ab nach Hause" noch nicht gelesen zu haben. Allerdings sei er vom Erstlingswerk - ein vor allem in Deutschland überraschender Verkaufserfolg - des provokanten PR-Beraters und Politik-Aktivisten schon angetan gewesen. Auch ein Beitrag des FPÖ-Chefs findet sich im Band: ein Interview zum Themenbereich "Remigration". Auf 180 Seiten zeichnet Grosz darin ein Bedrohungsszenario durch unkontrollierte Zuwanderung.
Kickl nutzte die gemeinsame Präsentation, um abermals für seine restriktive Migrationspolitik zu werben, die er selbst nicht ganz so restriktiv sieht: "Das ist kein Angriff auf das heilige Asylrecht", beschwichtigte er, sondern vielmehr die "Rückführung des Asylwesens auf seinen guten Kern". Das Asylsystem sei durch die derzeitigen politischen Verantwortungsträger bis zur Unkenntlichkeit "pervertiert" worden. Sollte die FPÖ bei der nächsten Nationalratswahl als Sieger hervorgehen, werde man das Projekt "Festung Österreich" umsetzen.
FPÖ-Chef als "Geburtshelfer"
Grosz selbst bezeichnete Kickl durch dessen Beitrag als "Geburtshelfer" für seine Neuerscheinung. Es handle sich um ein "Handbuch", wie man die Gesellschaft aus der durch Zuwanderung verursachten "Krise" führen könne. Dementsprechend sieht der PR-Profi die Gesellschaft bereits "am Scheideweg" und stellt sich die Frage, ob man sich damit abfinden wolle. Den Begriff "Remigration" sieht Grosz - wie auch Kickl - nicht negativ besetzt, handle es sich doch um einen aus der jüdischen Geschichte, interpretierte der Autor.
Grosz beendete seine Ausführungen mit einem Appell an Kickl und die FPÖ: "Möget ihr die Wahl so fulminant gewinnen, dass du keinen Koalitionspartner brauchst." "Ab nach Hause" (Leopold Stocker Verlag) ist seit Donnerstag erhältlich. Laut dem Autor musste aufgrund der großen Nachfrage bereits nachgedruckt werden.