Abdullah-Zentrum stellt sich neu auf

Umstritten

Abdullah-Zentrum stellt sich neu auf

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Die Verhandlungen zum Neustart standen bis zuletzt kurz vor Abbruch.

Im Ringen um eine Reform des umstrittenen Abdullah-Zentrums in Wien (KAICIID) ist am Freitagnachmittag bei einer Sitzung den Gründungsstaaten Spanien, Saudi-Arabien, Österreich sowie des Vatikans - mit Beobachterstatus - eine Einigung zur Neuaufstellung erzielt worden. Das sagte Außenamts-Sprecher Martin Weiss am Freitag.

Saudis drohten mit Abbruch
Der Einigung ging ein Schlagabtausch voran, die Saudis wollten sogar kurzfristig die Verhandlungen abbrechen, hieß es von Diplomaten. Demnach konnte eine für alle Seiten annehmbare Erklärung durchgeboxt werden, die es den Beteiligten erlaubt, ihr Gesicht zu wahren. Der Plan zur Neuaufstellung enthalte ein klares Bekenntnis zu Religionsfreiheit, einen stärkeren Fokus auf das Verhältnis von Religionsfreiheit und Menschenrechten und die Zielsetzung einer Öffnung und neuen Kommunikationskultur in Erfüllung der Dialogaufgaben.

Saudi-Arabien, das wegen seiner Menschenrechtsverletzungen - Stichwort Fall Badawi - im Fokus der Kritik stand, wird in dem am Freitag von den Vertragsparteien beschlossenen Text zur Einigung nicht explizit erwähnt.

Außenamtssprecher Martin Weiss meinte in einem Statement, dass "sich die Vertragsparteien zu dem von Österreich geforderten Versuch einer Neuaufstellung" geeinigt hätten.

"Nach mehreren Verhandlungsrunden wurde im Einvernehmen mit den Religionsvertretern und den Vertragsparteien ein Maßnahmenplan zur Zukunft des Dialogzentrums verabschiedet. Damit wird ein erster Schritt gesetzt", sagte Weiss.

Kanzleramt zurückhaltend
Zurückhaltender äußerte sich das Kanzleramt. "Das ist ein erster Schritt, ein Versuch zur Neuausrichtung des Zentrums. In den nächsten Monaten werden wir sehr genau beobachten, ob den Worten auch Taten folgen", sagte ein Sprecher der Kanzleramtsministers.

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