Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Anklage gegen Karin Wurm, die frühere Lebensgefährtin des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek, sowie gegen deren damalige Mitbewohnerin Anna P. erhoben.
Den beiden wird vorgeworfen, Ermittler in der Affäre um Pilnaceks Laptop falsch informiert zu haben. Das berichtet der Standard.
Anna P., die damals für Wolfgang Sobotka arbeitete, hatte angegeben, nicht mehr zu wissen, wann sie den Laptop zuletzt gesehen habe. Wurm erklärte wiederum, sie habe nach dem Gerät gesucht, es aber nicht gefunden.
Spätere Ermittlungen sowie Aussagen im Pilnacek-Untersuchungsausschuss ergaben jedoch, dass der Laptop nach Pilnaceks Tod zunächst an einen IT-Techniker und danach an den Unternehmer Chris Mattura weitergegeben worden sein soll.
Emotionaler Ausnahmezustand
Für den Prozess beantragte die WKStA mehrere Zeugenladungen, darunter Mattura und den früheren Lobbyisten Peter Hochegger. Dieser war bei einem Gespräch zwischen Wurm, Anna P. und Mattura im Büro des Investigativjournalisten Michael Nikbakhsh anwesend. Dort soll Anna P. behauptet haben, der Bundespolizeidirektor Michael Takacs habe geraten, den Laptop verschwinden zu lassen. Diese Aussage zog sie später zurück, Takacs weist den Vorwurf seit jeher zurück.
Wurm und Anna P. erklärten später, sie hätten sich nach Pilnaceks Tod in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.