Heute Start

Ansturm auf Homo-Ehe in Wien

homo_ehe
© APA

Große Freude bei Österreichs Schwulen und Lesben: Ab heute wird „verpartnert“. In den Bundesländern hält sich der Andrang aber noch in Grenzen.

OE24 auf Google bevorzugen

Am Montag ist es soweit: Die ersten homosexuellen Paare Österreichs „verpartnern“ sich. Eine klassische Heirat bleibt Schwulen und Lesben verwehrt, doch mit der eingetragenen Partnerschaft werden gleichgeschlechtliche Paare mit heterosexuellen nun rechtlich gleichgestellt. Als allererstes von drei Paaren „trauen“ sich heute Herbert Tomecek (67) und Friedrich Bauer (76), die seit 50 Jahren liiert sind. „Wir freuen uns sehr, dass dies endlich auch in Österreich möglich ist“, so Tomecek.

Bis zu 500 Homo-Ehen heuer allein in Wien
Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern erlebt Wien einen regelrechten Ansturm verpartnerungswilliger Homosexueller. „Bis vor den Feiertagen hatten wir 20 konkrete Anmeldungen“, so die Sprecherin der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger. Aufgrund der vielen Anfragen rechnet die zuständige Magistratsabteilung 35 aber heuer mit bis zu 500 eingetragenen Partnerschaften. Wien macht es homosexuellen Paaren möglich, eine heiratsähnliche Zeremonie zu vollziehen – nicht nur im Magistrat, sondern an zahlreichen ‚Traum-Locations‘, von Schloss Schönbrunn bis zur Hofburg.

Wenig Andrang in den Bundesländern
Anders sieht die Situation in den Bundesländern aus. Hier hält sich der Ansturm noch in Grenzen. Salzburg bietet zwar ebenfalls einen äußerst attraktiven Ort für die Verpartnerung: den Marmorsaal im Schloss Mirabell, der als schönster Trauungssaal der Welt bezeichnet wird. Dennoch gibt es bisher bloß einen konkreten Termin am 2. Februar und 10 Anfragen. Jänner und Februar seien allerdings auch keine klassischen Heiratsmonate, erläutert Franz Schefbaumer, Chef des Salzburger Standesamtes.

In Niederösterreich hält man sich aufgrund des strengen Datenschutzes hinsichtlich Zahlen von Anfragen bedeckt, Anmeldungen gibt es aber bereits. In den übrigen Bundesländern gibt es noch keine konkreten Terminvereinbarungen – außer in der Steiermark, wo die erste Homo-Ehe am 7. Jänner geschlossen wird.

Hier hat das Thema Verpartnerung zu einem handfesten Koalitionsstreit zwischen Schwarz und Grün gesorgt. Der Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl will Homosexuellen verwehren, in festlichen Hochzeits-Locations der Stadt zu feiern. Die Grünen reagierten darauf mit einer Protestaktion vor dem Rathaus. Unter Vizebürgermeisterin Lisa Rücker – offen lesbisch – denken sie unter diesen Umständen bereits an die Beendigung der Koalition.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden