Kanzler-Ehefrau hat als "Vorbild
"Chef-Beraterin" Kathi Nehammer
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Wien. Derzeit wirbelt die Ehefrau von Karl Nehammer, Katharina, nach der sogenannten „Cobra-Affäre“ in der Polit-Szene viel Staub auf. Welche Rolle spielt die einstige Medienfrau, die in die Welt der Politik einstieg, beim neuen Kanzler?
Eine wichtige – so viel steht laut mehreren Wegbegleitern fest. Dass sie ihren Mann zu einem Treffen mit Wladimir Klitschko in Berlin begleitet hatte und das Engagement von Ex-Bild-Chef Kai Diekmann einfädelte, brachte ihr gleich zwei parlamentarische Anfragen der FPÖ ein.
Dabei war sie längst nicht nur in Berlin. Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine war sie auch Teil der Delegation des EU-Gipfels in Versailles. Und traf im Élysée-Palast jene Frau, die sie im kleinen Kreis als „mein Vorbild“ bezeichnet. Die Rede ist von Brigitte Macron, der Frau des französischen Präsidenten, die ihr in einem einstündigen Gespräch in den geschichtsträchtigen Mauern des französischen Amtssitzes berichtete, wie „wichtig“ es sei, dass eine politisch denkende Frau ihren „Mann berät“. Ein Mann „vertraut seiner Frau am meisten“, habe ihr die Première Dame gesagt, erzählte Nehammer danach Vertrauten.
Wie Madame Macron bringt auch Katharina Nehammer sich aktiv ein. Dreimal die Woche besuche sie den VP-Chef im Kanzleramt – oft seien die zwei gemeinsamen Kinder (12 und 11 Jahre alt) dabei. Kabinettssitzungen oder gar Ministerratsvorbesprechungen besuche sie aber nie.
Aber: Als einstige Sprecherin von Ex-Innenminister Wolfgang Sobotka und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bringt sie sich auch aktiv in den „Verkauf“ des Kanzlers ein. Wenn sein Kommunikationschef, Daniel Kosak, den Regierungschef nicht erreiche, komme es schon mal vor, dass er sie anrufe und sie frage, „was würde er wollen“. Das beantworte sie dann, erzählt man im Kanzleramt inoffiziell.
Sie ist freilich nicht die erste Kanzler-Gattin, die sich einbringt. Nur die erste, die auch die Welt der Medien – sie arbeitete kurz im ORF wie ihr Vater Peter Nidetzky, der lang Aktenzeichen XY moderierte, später dann für Puls4 und die ProSieben Gruppe – kennt. Ihre einstigen Chefs – Helmut Brandstätter, der heute bei den Neos, ist und Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker – schätzten ihre Hartnäckigkeit und ihren Arbeitswillen. Eigentlich habe sie „immer Journalistin werden“ wollen, sagte sie einst.
Aber als 2015 das Angebot von Sebastian Kurz kam, doch ins Protokoll ins Außenamt zu wechseln, griff sie zu. Seit Sommer 2021 ist sie hauptberuflich Mutter und pro bono Beraterin ihres Mannes. Dass sie als Kanzler-Gattin jetzt keinem echten Job nachgehen könne, dürfte an ihr zehren. Darüber soll sie sich auch mit einer ihrer Freundinnen, Sonja Klima, der einstigen Frau von Ex-SPÖ-Kanzler Viktor Klima, austauschen. Die beiden eint auch die Leidenschaft für Pferde. Als Jugendliche wollte sie kurz Turnierreiterin werden.
Ihren Mann Karl lernte sie übrigens schon mit 5 Jahren kennen. Er war damals 15 und die Eltern der beiden befreundet. Zueinander fanden die zwei 15 Jahre später und sind seither unzertrennlich. Und sie seine wichtigste Beraterin.
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