Verwirrung um neue Toten-Zahlen: 393 vs. 338 Tote

Anschober ändert Zählweise

Verwirrung um neue Toten-Zahlen: 393 vs. 338 Tote

Gesundheitsministerium zählt nur „an Covid verstorben“. Nicht „mit Covid verstorben“.

Diskrepanz. Seit Dienstag hat  Österreich zwei verschiedene Corona-Todeszahlen: Während am Mittwoch noch 393 Todesopfer ausgewiesen wurden, sind es heute nur mehr 338 Tote - und somit 55 weniger.

Denn das Gesundheitsministerium will jetzt nur noch Menschen ausweisen, die „an Covid“ gestorben seien. Nicht mehr jene, die „mit Covid“ von uns gegangen seien. Ein Drahtseilakt, der in Frankreich schiefging. Das Coronavirus setzt etwa Menschen mit Vorerkrankungen besonders zu. Heißt: Für ein angeschlagenes Herz könnte die Covid-Erkrankung zu viel sein, erklären Ärzte. Ohne die Krankheit könnte auch dieser also noch leben. Ist er nun mit oder an Covid verstorben?

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat angegeben, dass künftig auch mehr Obduktionen dies prüfen sollen. Derzeit ist das nur minimal der Fall. Abrechnen kann man freilich Fälle, die durch Unfälle ums Leben gekommen sind und gleichzeitig positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Das dürfte eher weniger Menschen betreffen.

Innenministerium bleibt bei bisheriger Rechnung

Nicht vergleichbar. Damit sind die bisherigen Angaben nur noch schwer vergleichbar. Das gilt auch für die Zahlen der Infizierten. Bislang wurden alle positiv Getesteten ausgewiesen. Jetzt nur noch jene mit aktiven Erkrankungen.

Das Innenministerium verlässt sich hingegen auf das Meldesystem der Landessanitätsdirektionen. Diese geben alle Todesfälle an, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Diskrepanz. Zwischen Kanzler Sebastian Kurz und Anschober dürfte es da ebenfalls unterschiedliche Zugänge geben: Kurz sehe das Glas „vorsichtshalber“ lieber halb leer, wenn es um die Pandemie gehe, „Anschober sieht es lieber halb voll“, so ein Insider.

Isabelle Daniel 

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