Norbert Hofer: Lockdown beenden, stattdessen diese Regeln einführen | FPÖ-Chef will Öffnung

Nach Hofer-Rücktritt

Das sagt die FPÖ

Der Rücktritt von Norbert Hofer kam auch für die blauen Landesparteien vollkommen überraschend. Zu seiner Nachfolge halten sich die meisten noch bedeckt. 

Die blauen Landesparteien wurden vom Rücktritt von FPÖ-Obmann Norbert Hofer überrascht. Während sich Kärnten, Tirol und das Burgenland rasch für Klubchef Herbert Kickl als zumindest interimistischen Nachfolger aussprachen, hielten sich die anderen Länder allerdings bedeckt. Orchestriert wird die Nachfolgesuche vom Abgeordneten Harald Stefan - wie Kickl einer der sechs Stellvertreter Hofers.

Angerer und Abwerzger für Kickl 

 Sowohl der Tiroler FP-Chef Markus Abwerzger als auch der neue Kärntner Obmann Erwin Angerer hatten sich nach einer kurzen Schrecksekunde für Kickl als zumindest interimistischen FPÖ-Chef ausgesprochen. Angerer reagierte auf den Rücktritt mit Unverständnis, zumal er noch Montagabend mit Hofer telefoniert und einen Termin für kommende Woche vereinbart habe. Abwerzger meinte, die persönliche Entscheidung sei zur Kenntnis zu nehmen. Zur Nachfolge sagte Angerer, man müsse die Situation bewerten und dann eine Entscheidung treffen: "Aber wenn Kickl die Partei übernehmen will, halte ich ihn für einen möglichen Obmann." Für Abwerzger steht fest, dass Kickl als erster Stellvertreter Hofers die Agenden interimistisch übernehmen sollte, bis der Parteitag einen neuen Obmann oder eine neue Obfrau wähle. Auch Alexander Petschnig, Obmann von Hofers burgenländischen Landesgruppe, sprach sich für Kickl aus und lobte dessen "kantige Oppositionspolitik".

Keine Festlegung vonseiten der anderen Landesparteien 

Die anderen Landesparteien legten sich allerdings nicht fest. So lobten der steirische FP-Chef Mario Kunasek und sein Wiener Kollege Dominik Nepp Hofer für dessen Aufbauarbeit nach Ibiza. Beide verwiesen darauf, dass die Partei in Umfragen nun wieder 20 Prozent erreiche. Zur Nachfolgefrage äußerten sie sich nicht.  Ebenso der Chef der Vorarlberger Freiheitlichen, Christof Bitschi. Norbert Hofer habe die FPÖ in einer sehr schwierigen Phase übernommen und die Partei wieder in geordnete Bahnen gelenkt. "Dafür sind wir ihm alle zu großem Dank verpflichtet", stellte Bitschi fest. Wer Hofer an der Parteispitze nachfolgen soll, ließ auch er offen: "Jetzt gilt es, vonseiten der Bundespartei die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen und in Ruhe und wohlüberlegt eine geeignete Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu wählen.

Keine Stellungnahme von Haimbuchner 

Nicht äußern wollte sich am Dienstag auch Manfred Haimbuchner, der als interner Kritiker Kickls gilt. Spätestens bei einer Pressekonferenz zu einem anderen Thema am Mittwochvormittag wird er sich der oberösterreichische FPÖ-Chef aber erklären müssen. Haimbuchner ist ebenfalls ein Stellvertreter Hofers, hat im Herbst allerdings Landtagswahlen zu schlagen und hat immer ausgeschlossen, nach Wien zu gehen, weil er den Oberösterreichern im Wort sei. In einer Aussendung dankte er Hofer und betonte, dieser habe die FPÖ dort positioniert, wo sie auch hingehöre: "Rechts der Mitte, mit einer bürgerlichen Ausrichtung und sowohl regierungs- als auch koalitionsfähig."

Kickl wusste von nichts

Auch Favorit Herbert Kickl hat sich noch nicht zum Rücktritt Hofers geäußert. Eine Bergwanderung der niederösterreichischen FPÖ mit Klubchef Kickl endete inmitten zahlreicher Funklöcher mit pausenlos klingelnden Handys und sprachlosen Funktionären. Kickl und die anderen Funktionäre saßen gerade in der Waxriegelhütte auf 1.361 Meter Höhe als sie die Nachricht erreichte. Kickl und FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sind daraufhin zusammen nach Wien gefahren, um die Lage zu sondieren und Gespräche mit den Landesparteien zu führen, berichtete Helmut Fiedler, Vize-Stadtparteichef der FPÖ-Neukirchen und Organisator der Bergwanderung.

Landbauer: "Respektiere die Entscheidung Hofers" 

„Die Entscheidung Norbert Hofers das Amt des Bundesparteiobmannes zurückzulegen hat mich genauso überrascht, wie alle anderen auch. Ich respektiere aber seine Entscheidung“, kommentierte der freiheitliche Landespartei- und Klubobmann im NÖ Landtag, Udo Landbauer, den Rücktritt des FPÖ-Parteiobmannes. „Jetzt liegt es an den Gremien der FPÖ, mit der neuen Situation sachlich und besonnen umzugehen“, so Landbauer. „Ich setze vollstes Vertrauen in Harald Stefan, der als an Jahren ältester Stellvertreter Hofers, die weiteren Schritte zur Neuaufstellung der FPÖ in die Wege leiten wird“, so Landbauer, der sich bei Hofer dafür bedankte, dass dieser bereit war die Partei in einer schwierigen Phase zu übernehmen und sie durch die vergangenen zwei schweren Jahre geführt hat. 

Offizielle Aussendung der FPÖ

"Heute hat FPÖ-Bundesparteiobmann NAbg. Norbert Hofer seinen dreiwöchigen Rehabilitationsaufenthalt in Baden beendet. In den letzten drei Wochen hat er auch über seine persönliche Zukunft in der Politik nachgedacht und ist zur Überzeugung gekommen, dass er das Amt des Bundesparteiobmannes der FPÖ nicht weiter ausüben wird", schreibt die FPÖ in einer offiziellen Aussendung. "Die Zeit nach Ibiza war nicht einfach", wird Norbert Hofer zitiert. "Es war eine schwierige Aufgabe, die Partei nach dem plötzlichen Ende der erfolgreichen schwarz-blauen Koalition wieder aufzubauen. In den letzten Monaten ist es gelungen, die Partei wieder zu stabilisieren und in Umfragen an die 20%-Marke heranzuführen. Damit habe ich die Partei soweit aufgestellt, damit sie auch in den nächsten Jahren Erfolg haben kann. Meine eigene Reise an der Spitze der FPÖ ist aber mit dem heutigen Tag zu Ende. Ich wünsche meiner Nachfolgerin/meinem Nachfolger in dieser Funktion viel Erfolg für die Zukunft.“   



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