Türkis-pinker Angriff

"Gezielte Aktion": Wer hinter der Schmutzkampagne gegen ORF-Favorit Pig steckt

APA-CEO Clemens Pig bewirbt sich als ORF-Generaldirektor - und gilt als Favorit. © APA/ROLAND SCHLAGER
Seit Wochen kursieren Postenschacher-Vorwürfe um die Besetzung des neuen ORF-Chefs. Im oe24.TV-Interview schlägt ORF-Favorit Clemens Pig zurück. Eine türkis-pinke Allianz will Pig als ORF-Chef verhindern - und stattdessen Markus Breitenecker.

"Ich habe mittlerweile eher den Eindruck, dass das eine gezielte Aktion gegen mich ist, um einen starken Bewerber vorzeitig aus dem Rennen zu nehmen", mit diesem Satz löste ORF-Favorit Clemens Pig in seinem oe24.TV-Interview Riesen-Wirbel aus. Seitdem wird auf Social Media und in der Politik-Szene heftig diskutiert, wer hinter der Schmutzkübelkampagne gegen den APA-CEO stecken könnte.

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Neuer ORF-Chef? Clemens Pig im Interview | FELLNER! LIVE


© oe24


Pig selbst wehrt sich im oe24.TV-Interview jedenfalls gegen die Diffamierungskampagne: "Ich bin nicht Mitglied einer Vorfeldorganisation, ich bin auch kein Freimaurer. Ich bin ein Medienmanager, der zehn Jahre als Nummer eins der Austria Presse Agentur diese unabhängige Redaktion führt, und das ist auch mein Asset, das ich mitbringen kann."

Aber wer streut die Gerüchte gegen Pig? Wer hat ein Interesse daran, den APA-CEO zu diffamieren?

Türkise wollen "Rache"

Hinter der Anti-Pig-Kampagne dürften Teile der "Türkisen" stecken, ist aus der ÖVP zu hören. Im Umfeld von Ex-Kanzler Sebastian Kurz wolle man sich dafür rächen, dass ihr Favorit - Kronehit-Chef Philip König - gegen Pig den Kürzeren gezogen hätte. Pig sei dabei das "Bauernopfer", eigentlich gelte die "Rache" Stocker, heißt es innerhalb der ÖVP.

Böse Gerüchte: "Freimaurer, kein ÖVPler"

Dabei habe das Kurz-Lager in den letzten Wochen bewusst Gerüchte über Pig lanciert: Er sei "ein Freimaurer und kein echter ÖVPler", war zu hören. Ein türkiser Querpass, den nun auch die FPÖ aufnimmt. Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler kündigte bereits an, gegen die Pig-Bestellung rechtlich vorgehen zu wollen. "Die FPÖ spaltet da jetzt genüsslich in die zerstrittene ÖVP hinein und schaut sich das erste Reihe fußfrei an", so ein blauer Stratege.

Türkis-pinker Schulterschluss für Breitenecker

Brisant: Ein Teil der Türkisen schart sich jetzt ausgerechnet hinter dem NEOS-Wunschkandidaten Markus Breitenecker. Breitenecker hat vor allem zu Gernot Blümel beste Kontakte - und war in seiner Zeit als Medienminister einer seiner engsten Berater. Dabei wird Breitenecker auch in Teilen des Kurz-Lagers äußerst kritisch gesehen, "weil er seine woke Puls-4-Partie angeführt von Corina Milborn mit auf den Küniglberg" nehmen würde. Nachsatz eines Kurz-Vertrauten: "Das wäre ein Albtraum." Aber auch das Ehepaar Nehammer lobbyiert innerhalb der ÖVP für Breitenecker und gegen Pig. Hintergrund: Ex-First-Lady Kathi Nehammer war jahrelang Mitarbeiterin von Breitenecker.

Gegenkandidat Markus Breitenecker hat NEOS und Teil der Türkisen hinter sich. © APA/HANS KLAUS TECHT

Auch die NEOS zündeln hinter den Kulissen massiv gegen Pig. Speerspitze ist dabei NEOS-Stiftungsrat Markus Boesch. Der Puls4-Anwalt bastelt  an einer Mehrheit für Breitenecker. Ausgerechnet die sonst immer um "politische Sauberkeit" bemühten NEOS sollen gegen Pig tief in die Schmutzkiste greifen und ihn im Hintergrund "anpatzen".

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