Virologe im "ÖSTERREICH"-Interview

Experte: "Maskenpflicht wird im Juli fallen"

von
Virologe Norbert Nowotny: ''1.000 Neuinfektionen pro Tag ist das Lockdown-Ziel''
© TZOE/Artner
Bei ausreichend Geimpften ist für Nowotny sogar der Verzicht auf FFP2 denkbar.
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ÖSTERREICH: Morgen fällt die Maskenpflicht für Schüler am Sitzplatz. Ist eine Ausweitung denkbar?

Norbert Nowotny: Im Schulbereich haben wir ­gute begleitende Maßnahmen. Das Lehrpersonal ist zum Großteil geimpft, Schüler werden drei Mal pro Woche getestet. Bei den derzeit sinkenden Infektionszahlen kann man darauf verzichten. Im allgemeinen Bereich ist das aber noch nicht der Fall.

ÖSTERREICH: Das bedeutet?

Nowotny: Ich gehe davon aus, dass wahrscheinlich im Laufe des Juli die Maskenpflicht allgemein fallen wird. Wir werden es uns leisten können. Wir müssen aber noch ein bisschen aufpassen, weil in Österreich die Delta-Variante leider immer mehr nachgewiesen wird. Wir wissen, dass sie um 40 bis 60 Prozent ansteckender ist als die britische Variante, die derzeit bei uns dominiert.

ÖSTERREICH: Gilt das auch für Geimpfte?

Nowotny: Bei den Geimpften ist es so, dass eine vollständige Immunisierung sehr gut gegen diese neue Virusvariante wirkt. Eine Teilimmunisierung wirkt nicht so gut. Wenn wir den berühmten Impf­turbo vielleicht noch besser zünden könnten, dann haben wir auch einen ­guten Schutz gegen die Delta-Virusvariante und könnten uns auch einen Verzicht auf FFP2-Masken erlauben.

ÖSTERREICH: Wo sind bis dahin weitere Lockerungen von der FFP2-Maske denkbar?

Nowotny: Überall dort, wo der Mindestabstand von jetzt einem Meter eingehalten werden kann, etwa in ­Supermärkten. Meine persönliche Meinung ist aber: Bleiben wir lieber diese paar Wochen noch bei der FFP2-Maske, bis man ganz auf die Maske verzichten kann, weil ­gerade jetzt die Delta-­Variante bei uns immer mehr Fuß fasst.

Interview: Larissa Eckhardt

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