Fall Leonie (†13)
Vier Afghanen drohen lebenslange Haftstrafen
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Wien. Gerade bei einem mutmaßlichen Straftäter, der sich offenbar ins Ausland abgesetzt hat, könnte die Veröffentlichung eines Fahndungsfotos den entscheidenden Tipp bringen – wo sich der gesuchte 22-Jährige aufhält, der als möglicher vierter Beteiligter bei einer „Drogenparty“ in einer Wohnung in der Erzherzog-Karl-Straße in Wien mitschuldig am Tod der 13-jährigen Leonie aus Tulln sein dürfte. Im Raum steht die furchtbare Tat „Massenvergewaltigung“, die alle Verdächtigen – zu den Vorwürfen schweigend oder mit widersinnigen Erklärungen – abstreiten.
16-Jähriger: Bei Drogen-Deal verhaftet
So behauptet der jüngste, ein 16-Jähriger Afghane, der erst im April des heurigen Jahres nach Österreich (zu seiner Mutter und Schwester) kam, der Freund des Opfers gewesen zu sein – was die Eltern von Leonie vehement verneinen – und selbst mit K.-o.-Tropfen betäubt worden zu sein, während die anderen das Mädchen missbrauchten, bis sie daran starb. Angeblich gibt er zu, die Leiche hinausgetragen, aber die Rettung gerufen zu haben. Dann tauchte er unter – und wurde später beim Drogenverkaufen auf der Donauinsel gefasst. Angemerkt sei, dass die Version von Ali H. erst nach Beiziehung eines Anwaltes geäußert wurde.
18-Jähriger: Freund Horror-Nach gebeichtet
Der 16-Jährige wanderte als Erster in U-Haft. Danach folgte der 18-Jährige Gemeindebaumieter Amin I. Der 11 Mal Angezeigte, der auch schon in Haft saß und längst abgeschoben sein müsste, sagt gar nichts. Nach der Tat weinte er sich allerdings bei einem kurdischen Freund aus, dass er vor lauter Schock, was passiert sei, nicht mehr schlafen und essen könne …
23-Jähriger: Seit Sonntag in U-Haft
Ein 23-Jähriger afghanischer Komplize, verurteilter Sexualstraftäter und Dealer – der ebenfalls längst in seine Heimat abgeschoben hätte werden können – durchbrach wohl sein Schweigen, behauptete gegenüber den Ermittlern allerdings, mit dem Ganzen nicht das Geringste zu tun zu haben. Sahel S. will nicht einmal in der Wohnung des 18-Jährigen gewesen sein. Trotzdem kam er am Sonntag in Untersuchungshaft.
Wilfried Embacher über den Mordfall Leonie
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22-Jähriger: Ins Ausland abgesetzt
Der vierte möglicherweise beteiligte Afghane, ein 22-jähriger Dealer, Hehler und Schläger (er hätte seit drei Jahren abgeschoben werden müssen), hat sich wie gesagt abgesetzt. Vermutet wird, dass er sich in Deutschland aufhält.
Ermittelt wird gegen alle vier wegen des Verbrechens der Vergewaltigung mit Todesfolge, die denselben Strafrahmen wie der Mordparagraf vorsieht: Es drohen zehn bis zwanzig Jahre Haft oder eine lebenslange Freiheitsstrafe. Dieser Rahmen gilt aber nur für Erwachsene. (Tatsächlich) Minderjährige müssten mit bis zu 15 Jahren rechnen. Ein 18-jähriger sogenannter junger Erwachsener wäre mit bis zu 20 Jahren zu bestrafen.
(kor)
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