Budgetloch

FPÖ tobt wegen Sparplänen der Regierung

FPÖ-Gesundheitssprecher Kaniak nennt die Kürzungen bei Kuren einen "Anschlag auf die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Österreicher". Sie seien "kurzsichtig und kontraproduktiv". Auch ein ausgewiesener Experte ist skeptisch.

Die FPÖ kritisiert die Sparpläne der Regierung bei Kuren. Diese seien "kurzsichtig und kontraproduktiv", bemängelt Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak. Bedenken kommen auch von Experten. Die Regierung hat sich bei den Eckpfeilern für das Doppelbudget darauf verständigt, Kuren künftig individueller zu gestalten und ambulante Behandlungen zu forcieren. Das soll 2027 50 Mio. und im Jahr darauf 75 Mio. bringen. Details soll nun Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) erarbeiten.

 „Mogelpackung“ 

Kaniak sieht die Gefahr, dass "das bewährte Kur-System in Österreich" einem "radikalen Sparkurs" unterworfen werde. Insbesondere die Überlegung, stationäre Kuren durch ambulante Behandlungen zu ersetzen, ist für den blauen Gesundheitssprecher ein "reines Sparpaket auf dem Rücken der Patienten und der arbeitenden Bevölkerung". Überhaupt ortet er einen "Schildbürgerstreich", will doch die Regierung das Pensionsantrittsalter anheben, streiche aber gleichzeitig Maßnahmen, die es den Menschen ermöglichen sollen, länger gesund und leistungsfähig im Arbeitsprozess zu bleiben.

kaniak
© oe24

Die von der Regierung angedachte Forcierung von ambulanten Kuren sei für Kaniak eine „Mogelpackung“. „Ein Patient, der nach einem anstrengenden Arbeitstag zur Therapie hetzt und danach wieder im Alltagsstress versinkt, kann gar nicht den gleichen Regenerations- und Heilerfolg erzielen. Für eine wirkliche Genesung braucht es nicht nur eine Auszeit vom beruflichen und privaten Druck, sondern auch die nötige Zeit das erforderliche Programm abzuarbeiten – genau das leistet die stationäre Kur.  

Experte skeptisch 

In ein ähnliches Horn stößt auch der ärztliche Leiter des Kurzentrums in Bad Hofgastein, Rudolf Radlmüller. Die Ziele der Gesundheitsvorsorge seien es, "dass Menschen länger arbeiten können", erklärte Radlmüller im Ö1-"Morgenjournal": "Wenn wir das Alter für den Pensionsantritt erhöhen, dann müssen wir den Menschen auch die Möglichkeit geben, es körperlich und psychisch zu schaffen." Auch was ambulante Therapien neben der Arbeit anbelangt, ist der Experte skeptisch, seien diese doch ein "zusätzlicher Belastungsfaktor". Der Vorteil einer stationären Kur sei, dass die Patienten von den beruflichen und familiären Belastungen "entlastet" sind "und wirklich Zeit für sich und ihre Gesundheit haben", so Radlmüller: "Und wir kennen das ja auch aus der Trainingslehre, dass Reiz-Setzen wichtig ist, aber auch die Zeit der Regeneration wichtig ist, um einen positiven Effekt auf die Gesundheit zu bekommen."

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