Um 40 Prozent

Frauen verdienen weiter weniger

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Unselbstständiges Medianeinkommen lag 2010 nur bei 60 Prozent von jenem der Männer.

Das mittlere Bruttojahreseinkommen von unselbstständig erwerbstätigen Frauen liegt in Österreich weiterhin nur bei 60 Prozent von jenem der Männer. Im Jahr 2010 kamen Frauen auf einen Medianwert von 18.270 Euro, Männer auf 30.316 Euro (beide zusammen: 24.516 Euro). Betrachtet man nur ganzjährig Vollzeitbeschäftigte, erreichten Frauen immerhin 81 Prozent. Spitzenverdienste von mehr als 500.000 Euro erzielten fast zur Gänze männliche Angestellte, teilte die Statistik Austria am Dienstag in einer Aussendung mit.

Einkommensunterschied
In der Privatwirtschaft ist der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied deutlich größer als unter den öffentlich Bediensteten. Arbeiterinnen erreichten mit 10.492 Euro brutto im Jahr nur rund 44 Prozent der vergleichbaren Einkommen der Männer. Weibliche Angestellte, die mit rund einer Million Personen die größte Gruppe ausmachten, erzielten ein mittleres Einkommen von 20.292 Euro und somit nur 50 Prozent des Einkommens der männlichen Angestellten.

Bei den Vertragsbediensteten belief sich das aus den Lohnsteuerdaten errechnete mittlere Einkommen der Frauen mit 25.768 Euro auf 77 Prozent des Vergleichswerts der Männer. Der kleinste Einkommensunterschied bestand zwischen Beamtinnen und Beamten: Frauen bezogen mit einem mittleren Bruttojahreseinkommen von 46.726 Euro rund 93 Prozent des Einkommens ihrer männlichen Kollegen.

Teilzeitbeschäftigung
Ein Teil der Einkommensdifferenz ist laut Statistik Austria auf Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. Schließt man diese sowie saisonal Beschäftigte aus, so betrug das mittlere Einkommen der Frauen 30.775 Euro, Männer verdienten im Mittel 38.056 Euro. Relativ - im Vergleich zu den Männern - stieg das mittlere Jahreseinkommen der ganzjährig vollzeitbeschäftigten Frauen dementsprechend auf 81 Prozent.

Der relative Einkommensanteil der Frauen im Vergleich zu den Männern erhöhte sich für Arbeiterinnen auf 68 Prozent, für weibliche Angestellte auf 66 Prozent und für vertragsbedienstete Frauen auf 93 Prozent. Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Beamtinnen erzielten im Mittel mit 50.606 Euro mit 101 Prozent sogar ein geringfügig höheres Bruttojahreseinkommen als ihre männlichen Kollegen (50.304 Euro). Als Erklärung verwies die Statistik Austria auf APA-Anfrage darauf, dass sich hier der hohe Anteil junger männlicher Exekutivbeamter mit niedrigen Anfangsgehältern auswirke.

Im Jahr 2010 erreichten insgesamt 5.073 Personen ein Bruttojahreseinkommen von mehr als 250.000 Euro. Unter diesen Personen waren Frauen mit lediglich 8 Prozent deutlich unterrepräsentiert. Mit zunehmend höheren Einkommen sinkt der Frauenanteil noch weiter ab. Unter den 919 Personen mit einem Bruttojahreseinkommen von über 500.000 Euro befanden sich nur 47 Frauen (5 Prozent). 177 Personen erzielten 2010 ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro, unter ihnen waren nur fünf Frauen.

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