An der Demonstration gegen den Grazer Akademikerball haben am Samstagnachmittag und frühen Abend laut Angaben der Polizei zwischen 400 und 500 Personen teilgenommen.
Zum Protest in der Grazer Innenstadt hatte die "Offensive gegen Rechts Graz" (OGR Graz) aufgerufen. Der Protestzug wie auch die Kundgebung am Grazer Hauptplatz verliefen laut Polizei vorerst ohne Zwischenfälle. Rund um den Grazer Congress war ein Platzverbot verhängt worden, die Sperrzone blieb weiter aufrecht.
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Die Protestkundgebung, die sich gegen den Akademikerball im Grazer Congress richtete, nahm gegen 16.00 Uhr am Mariahilferplatz ihren Ausgang. Dann gingen die überwiegend jungen Demonstrierenden mit Tafeln und Transparenten auf denen u. a. "Burschis, nein Danke" oder "Siamo tutti antifascisti" zu lesen war, weiter über den Lendkai, die Erzherzog-Johann-Brücke, Neutorgasse, Joanneumring zum Eisernen Tor und über die Herrengasse auf den Hauptplatz, wo eine Kundgebung stattfand. Es kam zu Verkehrsverzögerungen, auch einige Straßenbahnlinien wurden in den frühen Abendstunden kurzgeführt, angehalten oder auch umgeleitet. Einige Straßenbahnlinien (1, 3, 4, 5, 7 und 16) wurden in den frühen Abendstunden kurzgeführt, angehalten oder auch umgeleitet.
Der Akademikerball wird von den jungen Mitgliedern der Grazer Studentenverbindungen ausgerichtet. Er wurde als "ein Abend in stilvollem Ambiente, an welchem sich heutige und ehemalige Studenten zusammenfinden, um gemeinsam akademisches Brauchtum hochleben zu lassen", angekündigt. Veranstalter laut Impressum ist der "Verein zur Förderung des steirischen Brauchtums und des Kulturwesens und der Menschenrechte" mit Anschrift der schlagenden akademischen Burschenschaft "Allemannia". Aus Sicht der "Offensive gegen Rechts Graz" ist der Akademikerball "kein harmloses Tanzvergnügen". Vielmehr diene er als "Vernetzungsraum für deutschnationale und rechtsextreme Burschenschaften, FPÖ-Mitglieder sowie rechtsextreme Gruppen".
Platzverbot rund um Grazer Congress
Um Konfrontationen zwischen den Ballbesuchern und den Demonstranten zu verhindern, wurde - wie auch schon in den Jahren davor - bereits für Samstagnachmittag und -abend ein Platzverbot rund um den Veranstaltungsort Grazer Congress verhängt. Innerhalb dieser Zone durften sich nur die Ballbesucher, Bewohner und Anrainer, die Exekutive, Rettung und Feuerwehr sowie Casinogäste aufhalten. Der allgemeine Einlass zum 71. Akademikerball begann um 19.00 Uhr. Das Stadtpolizeikommando war mit Unterstützung diverser Polizeieinheiten auf einen Großeinsatz vorbereitet.
Die Sicherheitsvorkehrungen dürften wohlbegründet sein: Im Jänner 2026 hat ein Prozess in Graz gegen sieben Beschuldigte wegen schweren Raubes begonnen. Sie sollen im Jänner 2025 nach dem Akademikerball einem älteren Besucher auf dessen Heimweg seine Burschenschafter-Kappe vom Kopf gerissen haben. Der Mann stürzte und wurde schwer verletzt.
Der Linzer Burschenbundball findet übrigens am 7. Februar im Palais Kaufmännischer Verein statt. In Oberösterreich hat das Bündnis "Linz gegen rechts" bereits - und wie auch schon in den Vorjahren - zu einer Demonstration gegen das "Vernetzungstreffen der extremen Rechten" aufgerufen.