Das sagt ÖSTERREICH

ORF liegt auf Intensivstation - jetzt hilft keine Homöopathie

Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner. 

Der ORF befindet sich zweifelsohne in der größten Krise seiner Geschichte. Die Causa Weißmann und die darauf folgende Kommunikation sind ein Image-Super-GAU, wie es ihn in dieser Form wohl selten gegeben hat. Dieses völlig schiefgelaufene Krisenmanagement des ORF wird noch in viele Lehrbücher eingehen - als Paradebeispiel dafür, wie man es ja nicht machen sollte.

Dennoch scheint weder ORF-Management noch Politik die Tragweite dieses Image-Desasters bewusst zu sein. Die Veröffentlichung des Compliance-Berichts ist genauso sinnlos wie der vom Medienminister schwammig angekündigte ORF-Konvent. Mit Homöopathie wird man den Intensivpatienten ORF nicht mehr wiederbeleben können.

Stattdessen bräuchte es eine Totalreform:

  • Die von den Österreichern gehasste und den Medienmarkt völlig verzerrende Haushaltsabgabe in Höhe von 750 Millionen Euro gehört endlich abgeschafft.
  • Die Sender- und Kostenstruktur muss drastisch verschlankt werden: Weg mit „Privatsendern“ wie ORF 1, Ö3 oder FM4, die NULL öffentlich-rechtlichen Mehrwert bieten.
  • Schluss mit den völlig irrwitzigen Privilegien und Gehältern, die mit Steuergeld finanziert werden.
  • Ein neuer, unabhängiger Aufsichtsrat statt dem politisch besetzten Stiftungsrat.

Wenn die Politik und ein neuer (externer) ORF-Chef den Mut haben, das umzusetzen, dann kann der ORF in (deutlich) abgespeckter Form überleben. Sonst schafft er sich endgültig ab.

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