ÖSTERREICH hat den geheimen Ibiza-Akt

7 Lauschangriffe, 11 Zeugenverhöre, Kokain-Fotos

ÖSTERREICH hat den geheimen Ibiza-Akt

Der bisher geheime Hammer-Bericht der Soko Ibiza: Detailliert schildern die Ermittler des Bundeskriminalamts heftige Details aus dem Politikrimi - ÖSTERREICH hat alle 378 Seiten und alle Bilder.

Elf Zeugenvernehmungen, dazu detailliert aufgelistet alle bisher entdeckten Video-Dateien der Ibiza-Täterclique, deren Aktion Heinz-Christian Strache im Vorjahr aus dem Vizekanzler-Sessel katapultiert und die türkis-blaue Koalition beendet hat: ÖSTERREICH hat nach der gemeinsamen Recherche mit der Investigativplattform EU-Infothek.com und einer ersten Sichtung die wichtigsten Details aus diesem 378 Seiten starken Akt zusammengefasst. Die Ermittlungsergebnisse zeigen eine mutmaßliche Beitragstäterschaft von mehreren Society-Ladys, bisher vertrauliche Chat-Protokolle, eine mögliche Fluchtroute des Haupttatverdächtigen, die SMS-Unterhaltung möglicher Drahtzieher des Ibiza-Projekts und (wie berichtet) den Drogenkonsum des früheren FPÖ-Klubobmanns Johann Gudenus in einem Wiener Luxushotel.

Video zum Thema: Pikante Ermittlungsergebnisse der "Soko Tape"

 

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Die Kokain-Bilder aus der Suite des Wiener Nobel-Hotels Sofitel: Auf der Speicherkarte eines beschlagnahmten Mobiltelefons (066019xxxx) entdeckten die Kriminalisten die Screenshots aus diversen Videos der Ibiza-Clique. Sie zeigen Johann Gudenus beim zweiten Treffen mit der falschen Oligarchen-Nichte im Hotel, der Mann neben ihm dürfte der untergetauchte Haupttatverdächtige H. sein. Gudenus dürfte beim Konsum von Kokain gefilmt worden sein, er hat dies bestätigt - die Ermittlungen wurden wegen Verjährung eingestellt. Jetzt stellt sich die Frage: War Gudenus durch diese Aufnahmen erpressbar? Hat er deshalb Heinz-Christian Strache zu dem Treffen in der Finca auf Ibiza überredet?

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Drehort: Die Suite im Sofitel

 

Die brisanten Audio-Dateien des Detektiv H. sind für Gudenus auch nicht wirklich hilfreich: Laut Kripo hat der mutmaßliche Haupttatverdächtige H. im Mai/Juni 2017 während eines Fluges von Moskau nach Wien zwei Gespräche mit Johann Gudenus heimlich aufgenommen. Eines dauert eine Stunde und acht Minuten, das zweite nur 16 Minuten. Der darauf entdeckte Inhalt zeigt, dass die Idee vom Kronenzeitungs-Engagement der Russin für die FPÖ nicht erst auf Ibiza vom Lockvogel oder von Strache kam: Es wurde über die Funke-Gruppe (Miteigentümer der Krone) sowie auch über einen Bauunternehmer ausführlich gesprochen.

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Fotos zeigen auch den Ibiza-Drahtzieher H.

Abgehörtes Treffen von Gudenus NACH dem Ibiza-Dreh

Neu ist auch eine Dokumentation eines Treffen des Ex-FPÖ-Klubobmanns mit dem mutmaßlichen Haupttatverdächtigen H. im September 2017, also zwei Monate nach dem geheimen Video-Dreh auf Ibiza: Die Kripo fand zwei Audiodateien von diesem Meeting, 15 Minuten und 43 Minuten lang. Die Auswertung auch dieses Tonmitschnitte könnte den Ibiza-U-Ausschuss interessieren.

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Die Liste der Videos

Zusätzlich entdeckten die Ermittler richtige "Promotion-Files", mit denen die Tätergruppe das Ibiza-Video bei möglichen Kunden bewerben wollte: Sie zeigen ein "Best of" von den Szenen im Hotel Sofitel und auch Gesprächsteile aus der Unterhaltung Gudenus/Detektiv H. über den Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner. Und kuruios: Auf einer sichergestellten Telefonspeicherkarte fand sich auch eine Kopie des gefälschten Passes von "Alyona Makarov", der falschen Oligarchen-Nichte. Der Fälscher war offenbar in Eile: Er hat vergessen, das "Männlich" der Originalvorlage in ein "Weiblich" zu ändern . . .

 

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