Wrabetz will an Landesstudios festhalten

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Wrabetz will an Landesstudios festhalten

ORF-Generaldirektor hat sein Weisungsrecht "noch nicht genutzt".

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ist neben seiner Funktion als oberster Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks derzeit auch dessen Informationsdirektor und Technischer Direktor. Bei einer Podiumsdiskussion des "Royal Coyote Club" am Mittwochabend in Wien versicherte er, sich dennoch selten einmischen zu müssen: "Mehr als 99 Prozent der Tagesentscheidungen fallen in der Struktur", sagte Wrabetz.

Sein Weisungsrecht habe er "noch nicht genutzt". Wenn jedoch einschneidende Entscheidungen, wie etwa die Verschiebung von Programmteilen wegen Sondersendungen zu Japan anstünden, dann wandere das selbstverständlich über seinen Tisch.

Landesstudios
Der ORF-General will außerdem auch in Zukunft an den Landesstudios festhalten, wie er betonte. "Österreich ist ein föderal strukturiertes Land und der ORF bildet diese Struktur ab." So sei "Bundesland heute" regelmäßig eine der meistgesehenen Sendungen des Tages und "für viele Österreicher eine ganz wichtige Informationsquelle". Dazu komme das regionale ORF-Angebot in Radio und Internet. Auch kulturell würden die Landesstudios einen wichtigen Auftrag erfüllen "Ohne sie gebe es in Kärnten etwa keinen Bachmann-Preis", so Wrabetz. Er stehe dazu, "für ein paar hunderttausend Vorarlberger das Gleiche anzubieten wie für 1,7 Millionen Wiener". Außerdem hätten die Landesstudios viel zum ORF-Sparkurs beigetragen.

Zerschlagung
Wrabetz betonte darüber hinaus, dass in seiner Amtszeit eine Zerschlagung des ORF abgewendet worden sei. "Eine Bonsai-Strategie habe ich für falsch gehalten." Die politischen Begehrlichkeiten durch die ORF-Gremien sieht Wrabetz entspannt: "Da wird mit Punzierungen um sich geworfen und ich lese, wer für mich ist und wer gegen mich ist." Keiner werde aber bestreiten, dass die ORF-Information objektiv berichte: "Da hat es schon andere Zeiten gegeben." Dem Umstand, dass die Politik als Eigentümervertreter auch Interesse am ORF habe, kann Wrabetz auch einen positiven Aspekt abgewinnen: "Wir sind relevant, wir haben eine große Bedeutung und daher ist es interessant, was im ORF passiert."

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