Generaldirektion

Totzauer will ORF-Chefin werden: "Ich brauche keinen Plan B"

ORF-Magazin-Chefin Lisa Totzauer bewirbt sich für die ORF-Generaldirektion. Am Mittwochvormittag erklärte sie ihre Beweggründe. 

ORF-Magazin-Chefin Lisa Totzauer warf bereits 2021 bei der ORF-Wahl ihren Hut in den Ring. Heuer will sie sich wieder für die Generaldirektion bewerben. Am Mittwochvormittag lud sie zur Pressekonferenz, um ihre Beweggründe und ihre Pläne für den ORF darzulegen. 

Totzauer hielt fest, dass der ORF eine "demokratische Institution" sei, eine "demokratische Infrastruktur". Der ORF, der sich nun in einer Krise befindet, müsse daher "gerettet werden". Die ORF-Managerin sprach sich auch für mehr Transparenz aus: "Wer Tag für Tag Transparenz von Politikern fordert, muss selbst transparent sein", so Totzauer. Sie wisse jedenfalls "in der Sekunde", was sie zu tun habe, falls sie ORF-Generaldirektorin würde. 

"Ich brauche keinen Plan B" 

"Der ORF muss nicht viral gehen", argumentierte die ORF-Managerin. Die wichtigere Frage sei für den Öffentlich-Rechtlichen: "Wie wird der ORF eine unverzichtbare demokratische Infrastruktur?". Der ORF sei in einer "Glaubwürdigkeitskrise, die nur von innen heraus überwunden werden kann". Und: genau "deshalb bewerbe ich mich". 

Und falls sie nicht zur ORF-Generaldirektorin gewählt wird? "Ich brauche keinen Plan B. Ich biete eine Lösung an. Das ist das, wofür ich mich verantwortlich fühle". 

Pig als Favorit 

Als klarer Favorit für den ORF-Generaldirektorenposten wird APA-CEO Clemens Pig seit geraumer Zeit von Beobachtern genannt. Er soll laut Medienberichten die Unterstützung der Regierung haben. ÖVP- und SPÖ-nahe ORF-Stiftungsräte kommen im Gremium auf eine deutliche Mehrheit. "Wenn ich jetzt unterwegs wäre, um politische Deals zu machen, würde das meiner Grundhaltung und meinem Konzept diametral entgegentreten", sagte Totzauer. Sie wolle inhaltlich überzeugen. Dass vor Ablauf der Bewerbungsfrist schon feststehen soll, wer den Posten erhält, spreche umso mehr für ihre Kandidatur.

Mit der gegenwärtigen ORF-Chefin Ingrid Thurnher pflege sie ein "sehr feines Verhältnis". "Ingrid ist eine wundervolle, großartige Kollegin. Ich sehe ihr tägliches Ringen und Kämpfen und verstehe, dass es keine leichte Aufgabe ist, in so einer Zwischenzeit den ORF zu führen." Auch Totzauer betont - wie Thurnher -, dass nach dem Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Chef nach Vorwürfen einer Mitarbeiterin Transparenz gefragt sei. Auch die Kontrollmechanismen im ORF bedürfen einer Überarbeitung, sagte die Medienmanagerin.

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