Zara

Hass im Netz: Beratungsstelle verliert Förderung

Die Opferschutzstelle ZARA verliert ihre Finanzierung und muss die Arbeit einstellen. 

Bis Ende Juni droht dem Verein ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit - das Aus. Die Beratungsstelle gegen Hass im Netz und Rassismus muss ihre Arbeit bereits jetzt massiv einschränken, neue Fälle werden nicht mehr angenommen. Der Grund für das Ganze: Das Bundeskanzleramt hat die Fördergelder eingestellt. Der Verein wurde seit 2018 vom Bund mitfinanziert, zuletzt vom Familienministerium. 

Das Ministerium, es wird mittlerweile von Claudia Bauer (ÖVP) geführt, verweist gegenüber dem "Standard" auf "budgetäre Gründe". Es wird betont, dass "Gewaltschutz und Gewaltprävention gesamtgesellschaftliche Aufgaben" seien, "zu deren Erfüllung mehrere Ministerien Verantwortung tragen". Zuletzt deckte der Bund rund die Hälfte des ZARA-Budgets in Sachen Hass im Netz.

Besonders pikant: Erst kürzlich kündigte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) an, den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen rasch umsetzen zu wollen. Ein zentraler Fokus liegt dabei eben auch auf Gewalt im digitalen Raum.  

Scharfe Kritik von SOS Mitmensch

„Der angekündigte Förderstopp für ZARA ist nicht weniger als ein Anschlag auf die Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich. Ministerin Bauer ist offenbar nicht bewusst, wie wichtig es für Rassismusbetroffene ist, eine unabhängige Stelle zu haben, an die sie sich wenden können, die sie berät und ihre Anliegen vertritt. Der Förderstopp für ZARA ist durch nichts zu rechtfertigen“, kritisierte "SOS Mitmensch"-Sprecher Alexander Pollak den Förderstopp via Aussendung.

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