Riesen-Wirbel um FPÖ-Forderung von "Erziehungs-Camps"

Aufregung in Wien

Riesen-Wirbel um FPÖ-Forderung von "Erziehungs-Camps"

Czernohorszky: "Meiner Meinung nach ist das nicht seriöse Bildungspolitik."

Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) fordert "Erziehungscamps für gewalttätige Problemschüler". Auslöser ist der Anstieg von Gewaltdelikten an Wiens Schulen. 2018 gab es 229 Anzeigen wegen Körperverletzung, zwölf wegen gefährlicher Drohung sowie Nötigung und 17 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe.

Camps. "Gefährliche, gewalttätige Schüler dürfen dem Regelunterricht zum Schutz aller anderen nicht länger beiwohnen, sondern müssen in Erziehungscamps unter der Aufsicht von Psychologen, Sozialpädagogen, Exekutive und Ärzten. Zusätzlich sollen Dienste an der Gemeinschaft verrichtet und auch die Eltern in die Pflicht genommen werden", so Nepp zu ÖSTERREICH.

Czernohorszky: »Keine seriöse Bildungspolitik«

Kritik. Für Empörung sorgt dieser Vorschlag bei Rot-Grün. "Freundlich gesagt kann ich den Vorschlag der FPÖ nicht ernst nehmen. Das klingt wie Bootcamps aus dem deutschen Reality-TV. Meiner Meinung nach ist das nicht seriöse Bildungspolitik", so Bildungsstadtrat Czernohorszky. Als Bootcamp werden auch Einrichtungen in den USA zum Strafvollzug und Umerziehung von jugendlichen Straftätern genannt.

Konzept. Zusätzlich zur Hotline für Lehrer sollen laut Czernohorszky bereits ab Februar sogenannte Schul-Support-Teams eingeführt werden. "Dass die Stadträte der Wiener SPÖ erneut Nazivergleiche heranziehen, um ihre politische Unfähigkeit zu verdecken, ist widerlich", ist Nepp erbost. "Ludwig muss umgehend handeln und sich nicht nur für seine außer Kontrolle geratenen Stadträte entschuldigen. Ich fordere deren Rücktritt ", so Nepp.

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