FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache

Wien-Wahl

Strache will mit SPÖ zusammenarbeiten

Die SPÖ staunt derweil über die Aussagen des FPÖ-Chefs.

Fällt nach der Wien-Wahl am 10. Oktober die Absolute der SPÖ, dann ist alles offen: Da ist sich zumindest der Wiener FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache sicher und hofft sogar auf eine Zusammenarbeit mit den Roten. "Wenn die absolute Mehrheit der SPÖ fällt, gehe ich davon aus, dass der Verantwortungsträger noch am Wahlabend die Konsequenzen ziehen wird und seinen Rücktritt erklären wird", unterstrich Strache in einer Pressekonferenz am Dienstag. Dann könne es bei den Sozialdemokraten durchaus zu Veränderungen kommen - und damit auch zu einer Zustimmung zu freiheitlichen Ideen in Worten und Taten.

Keine SPÖ-Hochburgen mehr
Der Parteichef hofft unter anderem auf personelle Wechsel bei den Roten, damit "uns vielleicht Menschen in der Sozialdemokratie unterkommen, die nicht ausgrenzen und uns vielleicht recht geben in vielen Bereichen. Die sagen, die Freiheitlichen sagen viel Vernünftiges und es wäre vernünftig mit den Freiheitlichen Dinge umzusetzen", so Strache. Auch in der ÖVP gebe es vielleicht Menschen, die keine Ausgrenzungspolitik betreiben, schloss er zudem eine blau-schwarze Kooperation nicht aus. Jedoch könne man erst nach dem 10. Oktober beurteilen, zu welchen Veränderungen diese Wahl führe, betonte der Parteichef.

Am Beispiel Kärnten habe man gesehen, dass absolute Mehrheiten der SPÖ nicht "in Stein gemeißelt" seien: "Niemand hat sich vorstellen können, dass die SPÖ einmal eine relativ bedeutungslose Rolle einnehmen wird, wie heute", zeigte er sich optimistisch. Dies könne durchaus auch in Wien einmal der Fall sein. Er zeigte sich sicher, dass es in der Bundeshauptstadt keine SPÖ-Hochburgen mehr gebe, weder in den Gemeindebauten, noch bei der Jugend, noch bei den Pensionisten.

Best-of-CD mit Strache-Raps?
"Solange die SPÖ mit absoluter Mehrheit regiert, wird sich nie etwas positiv verändern", so Strache in seiner Pressekonferenz, die zeitgleich mit dem von den Freiheitlichen einberufenen Sonderlandtag zum Bauverbot von Minaretten stattfand.

Um junge Menschen mit seinen Botschaften zu erreichen, nahm Strache laut eigenen Angaben die "Freiheit der Kunst" für sich in Anspruch und veröffentlichte vergangenen Samstag den Song "HC goes 'Wiener Blut'". Dieser sei gut angenommen worden, am ersten Tag hätte es bereits mehr als 40.000 Zugriffe auf der Webseite gegeben. Eine Fortsetzung schloss der Neo-Rapper nicht aus. Mehr noch: "Vielleicht gibt es irgendwann eine Best-of-CD", überlegte er.

SPÖ staunt
Die Wiener SPÖ staunt über Straches Kooperationsgedankenspiele. "Eine Zusammenarbeit mit der Strache-FPÖ ist dezidiert und jederzeit auszuschließen", hieß es vonseiten der Sozialdemokraten am Dienstag. Dies sei bereits in der Vergangenheit mehrmals betont worden.

Die Aufforderung des Freiheitlichen an Häupl, bei Verlust der absoluten Mehrheit zurück zu treten, werde "nicht ernst" genommen, erklärte eine Sprecherin. Vielmehr gehe man davon aus, am 10. Oktober die Absolute zu halten.

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