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Strolz bei Fellner! LIVE

"Will mehr Zeit für meine Familie"

Neos-Chef erklärt im oe24-Interview, warum er geht.

oe24.TV: Ihr Rücktritt war ein Paukenschlag. Warum jetzt? Sind die Neos nicht im Zenit des Erfolges?

Matthias Strolz: Wir sind am Ende unserer Aufbauphase. Ich habe zu Beginn des Jahres entschieden: 2018 ist das Jahr, wo ich übergeben werde. Wir machen das jetzt bis zum Herbst. Zug um Zug.

oe24.TV: Haben Sie gedacht, dass Sie der Rücktritt so überwältigt? Sie haben bei der Pressekonferenz ja sogar geweint.

Strolz: Es waren sieben Jahre meines Lebens, und Parteichef einer Parlamentspartei bist du nicht acht Stunden am Tag. Das bist du 24 Stunden und 365 Tage im Jahr. Ich habe begonnen, davon zu träumen. Bei der Rede hat es mich dann gepackt. Ich habe mich zwar erfangen – aber es hat mich schon sehr berührt.

oe24.TV: So emotional sah man Sie noch nie. War das ein anderer Matthias Strolz?

Strolz: Nein. Ich war immer mit viel Emotion dabei. Ich erlaube mir auch, mich immer in die Emotion fallen zu lassen. Aber ich tue das nicht unkontrolliert.

oe24.TV: Wie sehr haben Ihr Privatleben und Ihre Familie die Entscheidung beeinflusst?

Strolz: Schon auch. Ich habe mir schon die Frage gestellt, was ist der Familie zumutbar? Derreiten die mich noch? Ich bin in einer Phase, in der ich mehr Zeit mit den Kindern verbringen will. Die Partei ist auch irgendwie ein Kind. Jetzt ist es ein junger Erwachsener. Da lass' ich jetzt eben los.

oe24.TV:
Es war ein intensives Jahr, auch für die Neos. Ist man da ausgebrannt?

Strolz: Ich bin nicht ausgebrannt. Aber die Idee, dass ich mich erst aus der Politik zurückziehe, wenn es nicht geht, der kann ich nicht folgen.

oe24.TV: Wann haben denn Sie Ihre Partei, Ihre Mitarbeiter informiert?

Strolz:
Man kann das dem Parteivorstand sagen – 10 Leute –, dann ist es aber kein Geheimnis mehr. Ich wollte trotzdem professionell vorgehen. Ich habe dem Vorstand vor ein paar Wochen gesagt, dass ich nicht nächster Spitzenkandidat sein werde. Vom heutigen Schritt habe ich dann nur meine Stellvertreter vorab informiert.

oe24.TV: Sie haben die Neos geprägt, Neos ist Strolz. Wie soll das ohne Sie weitergehen?

Strolz: Das stimmt nicht. Wir sind eine Partei, die nicht auf den Parteiobmann konzentriert ist. Beate Meinl-Reisinger ist gut sichtbar, Irmgard Griss ist es auch.

oe24.TV: Ist Beate Meinl-Reisinger die mögliche Nachfolgerin?

Strolz: Ich will vor dem Parteivorstand nichts sagen.

oe24.TV:
Aber sie könnte es.

Strolz: Sie könnte es! Aber es können viele andere auch.

oe24.TV: Was machen Sie, wenn Sie nicht mehr im Parlament sitzen?

Strolz: Ein Bier trinken mit Niki Fellner im Burggarten. Nein, ich weiß es nicht. Ich werde keinen Fulltime-Job annehmen, bevor das Jahr vorbei ist. Da ist nichts in trockenen Tüchern. Ich habe eine Wampe gekriegt (lacht). Da will ich mich auch darum kümmern. (Wieder ernst) Sehen Sie, ich habe im vergangenen Jahr meinen Vater verloren, er war herzkrank, das war kein leichter Tod. Auch mein Schwiegervater ist verstorben. An Demenz. Da sieht man die Dinge dann schon etwas anders.

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