Wut-Posting von Star-Autor sorgt für Aufsehen

Virales Posting

Wut-Posting von Star-Autor sorgt für Aufsehen

Thomas Glavinic ärgert sich über die derzeitigen Zustände in Österreich.

Die FPÖ hat am Sonntag den größten Erfolg ihrer Geschichte gefeiert. Norbert Hofer zieht mit 35,1% souverän in die Stichwahl um die Hofburg ein. Spätestens seither geht ein Riss durch Österreich. Auf der einen Seite die "(grünen) Gutmenschen", auf der anderen Seite die "heimatliebenden Nazis". Einer der mit diesem Schwarz-Weiß-Denken nichts anfangen kann, ist Star-Autor Thomas Glavinic, der sich in einem aufsehenerregenden Posting Luft macht.

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Der Grazer Autor ist offenbar in großer Sorge um seine Heimat: "Diese Selbstgefälligkeit, diese moralische Selbstüberhöhung, diese selbstzweifelsfreie Gewaltsprache, mit der hier Menschen, die ich für intelligent halte, alle Wähler von Norbert Hofer in Bausch und Bogen als Nazis, Pack, Bagage und Abschaum niedermachen, ist mir zuwider. Nur weiter so. Irgendwann bringen wir uns gegenseitig um. Miteinander reden, auch wenn man unterschiedliche Standpunkte hat, scheint schon zu einer Obszönität herabgekommen zu sein."

Wut-Posting
"Jeder weiß, dass er recht hat, und brüllt noch lauter als der andere. Und gefällt sich auch noch in dieser Rolle. Leute, die jeden, der sagt, er ist stolz, Österreicher zu sein, mit einem gewissen Recht als schlicht gestrickt bezeichnen, schämen sich plötzlich, Österreicher zu sein. Ja, dann schämt euch doch. Wandert aus! Das hilft bestimmt weiter. Hauptsache, man gehört zu den Guten. Wieso mit diesen Bösewichten reden? Wieso ihre Ängste einmal ernst nehmen? Demokratie ist, was wir wollen", ärgert sich Glavinic über die derzeitige Gesprächskultur.

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"Wenn wir aufhören, mit politisch Andersdenkenden zu reden, vergessen wir 1934. Wenn wir politisch Andersdenkende de facto schon als Untermenschen darstellen - was sind wir dann? "Was gut und was böse ist, weiß der Spießer, ohne nachzudenken." Ödön von Horvath", erinnert er an die Fehler einer Zeit, von der wir gehofft haben, dass sie hinter uns liegt.

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