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ÖSTERREICH-Interview

Van der Bellen lacht über Gabalier

Im ÖSTERREICH-Interview nimmt Van der Bellen Stellung zu seinem Kopftuch-Sager.

„Zeit zum Nachdenken“ wünscht sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu seinem 100-tägigen Amtsjubiläum im ÖSTERREICH-Interview.

90 Tage professionell – dann Schlagzeilen bis USA

Die Bilanz fällt durchmischt aus: Die ersten 90 Tage verliefen ruhig und professionell. Doch eine „missglückte“ Äußerung, so der Präsident, verhagelt die Bilanz. Van der Bellen hatte Überlegungen angestellt, ob Frauen bald aus „Solidarität“ mit Musliminnen Kopftuch tragen müssten. Die Aussage wurde von FPÖ-Chef Strache dankbar aufgenommen, um eine Rücktritts-Aufforderung zu platzieren. Schlagzeilen brachte VdB bis nach Deutschland und in die USA.

Im ÖSTERREICH-Interview gesteht der Bundespräsident ein: „Ja, es war ein Fehler.“

ÖSTERREICH: Herr Bundespräsident, wie sind Sie mit Ihren ersten 100 Tagen zufrieden?
Alexander Van der Bellen: Die ersten 100 Tage waren sehr dicht, man geht an die Leistungsfähigkeit, aber das ist wohl normal. Man muss bei allen Terminen aufpassen, dass man auch Zeit zum Nachdenken findet.

ÖSTERREICH: Haben Sie bei Ihrem Kopftuch-Sager zu wenig nachgedacht? Haben Sie die negativen Reaktionen überrascht?

Van der Bellen: Mir ging es, ungeachtet der missglückten Kommunikation, schlicht um Freiheitsrechte. Jede erwachsene Frau hat das Recht sich zu kleiden, wie sie will. Ich verstehe, dass der Zwang zum Kopftuchtragen in anderen Ländern Frauen erzürnt, aber die Antwort kann nicht sein, es bei uns zu verbieten.

ÖSTERREICH: Aber viele Frauen tragen das Kopftuch ja nicht freiwillig ...
Van der Bellen: Das stimmt sicher. Insbesondere junge Mädchen werden von ihren Vätern dazu genötigt. Dem müssen wir mit Aufklärung entgegenwirken. Ich habe das alles ja bei einer Diskussion mit Schülern und Schülerinnen gesagt. Da vergisst man, dass mitgeschnitten wird. Da fühle ich mich im Hörsaal, verhalte mich ungezwungen wie früher und sage Dinge, die man sonst so nicht sagt. Diese Schuld nehme ich auf mich. Ich muss mir wohl stärker bewusst sein, dass der Hörsaal eine Sache ist, und das Amt des Bundespräsidenten eine andere.

ÖSTERREICH: Wenn Sie in der Sache dabei bleiben – war es ein Fehler?
Van der Bellen: Ja, es war ein Fehler. Es ist dadurch etwas entfesselt worden, was auch eine gewisse Empörungskultur befördert hat.

ÖSTERREICH: Finden Sie 
Gabalier mit Kopftuch lustig?
Van der Bellen: Daran will ich nichts kritisieren wollen – das finde ich ok. Ich habe damit ja auch vielen Kabarettisten und Karikaturisten Futter und Anlass zum Lachen gegeben – das ist ja was Schönes.

Interview: Werner Schima

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