Nächster Millionär in der Kern-Firma

Holz-Tycoon Schweighofer

Nächster Millionär in der Kern-Firma

Nächste ­Runde im Wahlkampfauf­reger um Ex-SPÖ-Berater Tal Silberstein. Seit das Magazin Profil in der Vorwoche berichtet hat, dass Silberstein auch einen Beratervertrag mit dem Holzindustriellen Gerald Schweighofer hat und dafür monatlich 35.000 Euro kassiert (insgesamt 350.000 Euro, der Vertrag läuft von März bis Dezember 2017), geht in Wien das Gerücht, Schweighofer sei der heimliche Finanzier von Silbersteins Dirty Campaigning.

Schweighofer hält 4,6 % an Kern-Firma Foresight

Beteiligung. Schweighofer weist das auf das Schärfste zurück, er habe nichts zu tun mit den diskutierten Facebook-Seiten oder deren Finanzierung, droht mit Klage gegen alle, die so etwas behaupten.

So weit, so gut. Umso erstaunlicher, dass israelische Quellen gegenüber ÖSTERREICH jetzt sagen: „Wisst ihr eigentlich, dass Schweighofer an der israelischen Firma Foresight von Eveline Steinberger-Kern, der Ehefrau des Kanzlers, beteiligt ist?“ Das ist jene Firma, an der auch der Kanzler, wie berichtet, einen Minianteil von 0,8 % hält. Zunächst Erstaunen auf unserer Seite – aber ein Check ergibt: Es stimmt tatsächlich. Schweighofers Firma SPB Beteiligungsverwaltung steht als Anteilseigner von Foresight im israelischen Firmenbuch (siehe Faksimile).

»Normale Beteiligung an Start-up-Unternehmen«

Investment. Auf ÖSTERREICH-Nachfrage bestätigt Schweighofer-Sprecher Thomas Huemer: „Ja, das stimmt. Schweighofers Gesellschaft SPB hat seit Jänner 2017 einen Anteil von 4,6 % an Foresight. Das ist eine ganz normale Beteiligung an einem Start-up.“ Ganz zufällig ist das halt die Firma der Kanzler-Gattin …

Gerüchte, Schweighofer habe einem Silberstein-Team in Wien Büroräumlichkeiten zur Verfügung gestellt, weist der Sprecher ebenfalls auf das Heftigste zurück. Wieder ganz zufällig hatte in Schweighofers Wiener Palais Her­berstein einst SPÖ-Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer sein Wahlkampfbüro. „Ein normaler Mietvertrag zum marktüblichen Preis“, so Schweighofer-Sprecher Huemer. Später hätte dort das „Team A“ für die SPÖ arbeiten sollen, es hätte dort aber nie begonnen.

Dubiose Rolle des 
Milliardärs Nanikashvili

Bestechungsvorwürfe. Um die Rolle des israelisch-georgischen Milliardärs Avraham Nanikashvili in der Firma Foresight gehen indes weiter die Wogen hoch. Nanikashvili, der in Israel derzeit wegen Bestechungsvorwürfen vor Gericht steht, war über seine Firma Triple M an Foresight beteiligt. Steinberger-Kern betonte am Dienstag einmal mehr, Nanikashvili sei seit August 2015 nicht mehr an Triple M beteiligt, also auch nicht an Foresight. Allerdings: Israelischen Journalisten zufolge hat der Millionär den Verkauf seiner Anteile an Triple M bisher nicht eindeutig vollzogen, deshalb habe Triple M auch die Lizenz für einen Kraftwerksbau verloren.

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