Der Kampf um die WM-Leiberl ist eröffnet – und diesmal gibt’s kein „Dabei sein ist alles“.
Es ist die erste rot-weiß-rote Endrunde seit 1998, da will jeder mit in den Flieger – verständlich. Nur: Der ÖFB-Jet Richtung Amerika hat keine Stehplätze – und Teamchef Ralf Rangnick verteilt die Tickets sicher nicht nach Sympathie.
Wiegele als Geheimwaffe?
Im Tor scheint die Hierarchie vorerst klar – Schlager hat die besten Karten auf das Einser-Leiberl. Allerdings müssen wir hoffen, dass er gesund bleibt. Der Salzburg-Keeper ist anfällig für das „Ter-Stegen-Syndrom“, immer wieder plagen ihn kleinere Wehwehchen. Auf dem Zettel haben sollte man daher auch den Hünen Florian Wiegele. Allein mit seinen 2,05 Metern könnte er zur echten Geheimwaffe werden. Fazit: Die Nummer eins ist nicht in Stein gemeißelt – auch wenn Schlager die Nase vorne hat.
Auf dem Platz ist Alaba unverzichtbar
Hinten setze ich auf Erfahrung. Rechts ist Posch gesetzt, links hat sich Prass längst etabliert. Im Zentrum führt kein Weg an Danso vorbei – idealerweise an der Seite von David Alaba. Der Kapitän ist nicht nur Führungsspieler, sondern hebt das Niveau der gesamten Mannschaft – er spielt in einer eigenen Kategorie. Aber: Nur fit bringt er uns wirklich weiter. Einen Alaba im Traineranzug brauchen wir nicht – auf dem Platz ist er schlicht unverzichtbar. Wöber hingegen kämpft gegen die Zeit, Mwene liefert verlässlich – und Konrad Laimer? Der ist ohnehin überall. Im Notfall fährt er noch selbst den Bus zum Stadion. Gerade gegen Kaliber wie Argentinien brauchst du genau solche Typen.
Echter Luxus im Mittelfeld
Und dann ist da noch Seiwald: Rangnicks Dauerläufer, fast schon so etwas wie der „ÖFB-Sohn“. Einer, der einem Messi so lange auf die Nerven geht, bis selbst der einmal kurz durchschnaufen muss.Im Mittelfeld hat sich Rangnick einen echten Luxus geschaffen. Mit Laimer, Sabitzer, Grillitsch, Baumgartner und Schmid passt die Mischung aus Pressing und Kreativität. Besonders die Daumen drücke ich X. Schlager – hoffentlich bleibt er fit. Gemeinsam mit Wanner, bei dem einem als Kreativspieler das Fußballherz aufgeht, macht das Zentrum richtig Freude.
Sturm macht Rangnick am meisten Kopfweh
Ganz vorne wird’s knifflig. Arnautovic bringt alles mit – aber nur, wenn er auch körperlich kann. Gregoritsch wirkt stabiler. Dahinter scharrt Chukwumeka mit seinem Torriecher. Und Kalajdzic? Endlich wieder in Form beim LASK – das freut mich besonders. So kann er noch auf den WM-Zug aufspringen. Unterm Strich: Österreich ist bereit. Der Kader passt, die Mischung auch. Jetzt geht’s nur noch darum, dass alle fit bleiben – im Kopf und in den Beinen. Wenn dann noch ein paar Erfolgsstories dazukommen, kann das richtig etwas lostreten.Paul Wanner lässt das Fußballherz von Frenkie Schinkels höherschlagen.