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G 14

Bayern überlegen Ausstieg

Gründungsmitglied Bayern München will aus "Elite-Klub" raus. Rummenigge hinterfragt "Sinnhaftigkeit".

Das Gründungsmitglied FC Bayern München erwägt aus Unzufriedenheit über den Zustand der "G 14" einen Rückzug aus der Vereinigung der europäischen Fußball-Großvereine. Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge stellte am Montag in einem "kicker"-Interview die "Sinnhaftigkeit" der inzwischen 18 Klubs umfassenden Gruppierung in Frage und fand stattdessen positive Worte für die internationalen Dachverbände FIFA und UEFA, mit denen die G 14 seit Jahren im Streit liegt.

Selbstsucht
"Ich muss die Zukunft der G 14 in Frage stellen", verkündete Rummenigge und verriet, dass der FC Bayern ernsthaft überlege, "ob es noch sinnvoll ist, weiter in der G 14 zu bleiben". Der Bayern-Chef beklagt, dass in der Interessenvertretung "purer Egoismus" die gemeinsamen Ziele verdrängt habe. "Jeder in der G 14 denkt doch nur an sich", wetterte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters: "Es gibt wenige Gemeinsamkeiten zwischen den Klubs."

Angst um Ausgegleichennheit
Rummenigge beklagt eine "extreme Schieflage" des Fußballs, weil Klubchefs wie der russische Milliardär Roman Abramowitsch bei Chelsea mit ihren Millionen-Investitionen einen fairen sportlichen Wettbewerb zerstörten. Insofern sei es "ein Wunder", dass Werder Bremen in der Champions League sportlich in der Gruppe mit Titelverteidiger FC  Barcelona und Chelsea so gut mithalte. "Und wenn die Bremer gegen Barca weiterkommen, ist es das achte Weltwunder", meinte Rummenigge, der glaubt, dass in den kommenden zehn Jahren kein deutscher Bundesligist mehr ein Europacup-Endspiel erreichen wird.

Kommt Gehaltsobergrenze?
Rummenigge sprach sich erneut für Gehaltsobergrenzen aus und hofft, dass die EU zum Beispiel die finanziellen "Exzesse" eines Abramowitsch stoppt. Hilfe erhofft er sich neben der EU auch von der UEFA: "Dort hat man verstanden, dass es im Fußball keinen Wettbewerb mehr gibt." Auch mit dem von Rummenigge in der Vergangenheit häufig massiv angegriffenen FIFA-Chef Joseph Blatter müsse man das Gespräch suchen.

18 Klubs in G 14
Die G 14 ist offiziell vor sechs Jahren gegründet worden. Zuvor gab es seit Beginn der 90er-Jahre informelle Treffen von zunächst acht Klubs, darunter Bayern München. Inzwischen umfasst die Vereinigung 18 Vereine. Die meisten Stimmen in dem Gremium, das sich vierteljährlich zur Vollversammlung trifft, hat Real Madrid (18), gefolgt vom AC Milan (17), Liverpool (16), Bayern München und Ajax Amsterdam (je 13).