Bin Hammam zieht FIFA-Kandidatur zurück

Blatter-Konkurrent

Bin Hammam zieht FIFA-Kandidatur zurück

Gegen den 61-jährigen Katarer wird wegen Bestechung ermttelt.

Wenige Stunden vor der Anhörung durch die FIFA-Ethikkommission hat Mohamed bin Hammam seine Kandidatur für die Wahl zum Präsidenten des Fußball-Weltverbandes überraschend zurückgezogen. Diese Entscheidung teilte der Chef der Asiatischen Konföderation am Sonntag auf seiner Internetseite mit. Bin Hammam wollte am kommenden Mittwoch auf dem FIFA-Kongress gegen den Amtsinhaber Joseph Blatter antreten. Gegen den 61-Jährigen Katarer ermittelt die Ethikkommission wegen des Verdachts der Bestechung.

"Verletzt und enttäuscht"
Die jüngsten Ereignisse hätten ihn "verletzt und enttäuscht" zurückgelassen, schrieb Bin Hammam. Trotz des Verzichts auf seine Kandidatur werde er am Sonntag vor der Ethikkommission in Zürich erscheinen, "um meinen Namen von den haltlosen Anschuldigungen, die gegen mich gemacht wurden, reinzuwaschen". Wie Bin Hammam müssen auch Blatter und FIFA-Vizepräsident Jack Warner aussagen.

"Ich kann nicht zulassen, dass der Name, den ich geliebt habe (die FIFA, Anm.), mehr und mehr in den Schmutz gezogen wird wegen des Wettbewerbs zwischen zwei Einzelpersonen. Das Spiel und die Menschen, die es lieben auf der ganzen Welt, müssen an erster Stelle kommen", begründete Bin Hammam seinen Rückzug im Wahlkampf, der zuletzt immer schmutziger geworden war.


Seinem Rivalen Blatter hatte er zuletzt vorgeworfen, von angeblichen Zahlungen an FIFA-Mitglieder aus der Karibik gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben. Dabei bezog sich Bin Hammam auf Anschuldigungen, die gegen ihn selbst gerichtet waren und die er weiter zurückweist. Der Katarer soll gemeinsam mit Warner versucht haben, zur Erhöhung seiner Wahlchancen Stimmen der karibischen Funktionäre für die Präsidentenwahl zu kaufen. Bei dem Funktionär aus Trinidad und Tobago bedankte sich Bin Hammam in seiner Erklärung für die "unbegrenzte Unterstützung" und versprach, mit ihm "den ganzen Weg durch dick und dünn zu gehen".

"Verschwörung"
Wie Blatter war auch Bin Hammam am Samstag nicht zum Champions-League-Endspiel zwischen dem FC Barcelona und Manchester United (3:1) nach London gereist. Zuletzt hatte der einzige Herausforderer des Schweizers "wachsende Beweise für eine Verschwörung" gegen ihn vermutet. Trotz der jüngsten Turbulenzen stellte Bin Hammam die positiven Seiten seiner Bewerbung heraus: "Ich glaube, dass meine Kandidatur ein Beschleuniger für eine Debatte innerhalb der FIFA war und Änderungen an die Spitze der Agenda gebracht hat."