Bullen schicken Stars in die Regionalliga

Kader-Umbau

Bullen schicken Stars in die Regionalliga

Douglas, Cristano, Leonardo, Lindgren und Boghossian aus Kader gekickt.

Salzburg-Sportdirektor Ralf Rangnick und sein Trainer Roger Schmidt eliminierten die mit teilweise sehr gut dotierten und noch länger laufenden Verträgen ausgestatteten Brasilianer Douglas, Cristiano und Leonardo sowie den Schweden Rasmus Lindgren und den Uruguayer Joaquin Boghossian aus dem Kader. Das Quintett darf seit Montag nur noch beim neuen Red-Bull-Zweitteam FC Liefering in der Regionalliga West mittrainieren.

"Sie werden bei uns keine Rolle mehr spielen", versicherte Rangnick. "Wir werden hier nicht mit 30 Feldspielern trainieren, das macht für niemanden Sinn." Für die einst um Millionenbeträge nach Salzburg geholten Spieler sollen neue Clubs gefunden werden. "Es gibt Länder, in denen das Transferfenster noch offen ist", erinnerte Rangnick. An den Ablösesummen werde es nicht scheitern. "Wir werden keine horrenden Forderungen stellen."

Den Umbruch des Teams erklärte Rangnick mit der fehlenden internationalen Klasse. "Wir wollen irgendwann die Champions League erreichen. Wir haben gemerkt, dass es nicht so viele Spieler gibt, die dem Anspruch genügen können", sagte der deutsche Ex-Trainer von Schalke 04 und 1899 Hoffenheim.

"Wir müssen versuchen, nicht nur für die österreichische Liga, sondern auch international gut genug zu sein", betonte Rangnick. "Was wäre die Alternative gewesen? Hätten wir so weitergemacht wie bisher, hätten wir vielleicht kein ganzes Jahr verloren - aber zumindest ein halbes bis zur Winterpause. Mit dem Kader, den wir jetzt haben, wird es im Winter nur noch kleinere Korrekturen geben. Jetzt geht es darum, eine Mannschaft zu formen." Mit acht neuen Legionären.

Rangnick lästert über heimische Liga
Auch die heimische Bundesliga bekam ihre Geringschätzung ab. "Wieviele Spieler haben denn im Länderspiel gegen Deutschland (1:2) gespielt, die in der österreichischen Liga spielen? Zero", sagte Rangnick. Zumindest in der Startformation, in der in Salzburg mit Valon Berisha und Havard Nielsen auch zwei neue Norweger stehen. "Wir haben richtig gute Spieler geholt", versicherte Rangnick. "Es ist nicht selbstverständlich gewesen, diese Spieler nach Salzburg zu bekommen."

Die Defensivspieler Isaac Vorsah und Rodnei sowie die Offensivspieler Sadio Mane, Kevin Kampl und Bright Edomwonyi wurden am Donnerstag vorgestellt.

VdF kritisiert Entscheidung
Die österreichische Fußballer-Gewerkschaft (VdF) kritisierte die Vorgehensweise der Salzburger. Das aus dem Profi-Kader eliminierte Quintett habe laut Kollektivvertrag das Recht auf Training für die Mannschaft, für die die Spieler auch verpflichtet wurden. Im Salzburger Fall würde es sich daher um einen klaren Verstoß gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen handeln, der eine Vertragsauflösung rechtfertigen würde. Die VdF kündigte via Mitteilung an, die Profis dahingehend zu unterstützen.

 

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