Champions League
Bullen: Zuversicht trotz "saublödem" Gegentor
Salzburgs siebenter Anlauf auf die Fußball-Champions-League gestaltet sich spannender als erwartet - und wohl auch als notwendig. Denn trotz spielerischer Dominanz musste man sich im Play-off-Hinspiel am Dienstag vor eigener Kulisse mit einem 2:1 gegen Malmö zufriedengeben. Der Optimismus litt trotz des "saublöden" Gegentors aber nicht. "Malmö muss uns erst schlagen", betonte Coach Adi Hütter.
"Das Wichtigste ist der Sieg, und dass wir vorgelegt haben", erklärte Hütter nach der wohl bedeutsamsten Partie seiner Trainerkarriere. "Nach dem Spiel hat es von mir aufmunternde Worte gegeben. Das wäre heute auch erst die halbe Miete gewesen", meinte er im Hinblick auf das Auswärtsrückspiel am kommenden Mittwoch.
Bullen trauern drittem Treffer nach
Der Gegentreffer in der letzten Minute sei dennoch bitter: "Das hätten wir uns sparen können, zumal wir die Chance auf das dritte Tor hatten." Seine Spieler beteuerten, durch den "sehr, sehr unangenehmen Treffer" (Hütter) nichts an Selbstvertrauen eingebüßt zu haben. "Das ist nicht unser Wunschergebnis, wir können aber damit leben", erklärte etwa Linksverteidiger Andreas Ulmer, der freilich auch gestehen musste: "Durch das Gegentor ist die Gesamtleistung getrübt."
Trotz ihres spielerisch guten Auftritts, trotz der zahlreichen Chancen war den Bullen die Enttäuschung über den "lucky punch" der Schweden ins Gesicht geschrieben. Denn spätestens nach Kevin Kampls Solo in der 77. Minute hätte es 3:0 stehen müssen - doch Filip Helander rettete den Ball vor der Linie. "Ich hätte das 3:0 machen müssen. Dann könnten wir mit einem besseren Gefühl nach Schweden fahren", betonte der slowenische Teamspieler, den das "saublöde" Gegentor sichtlich schmerzte. "Mit einem dritten Treffer wäre Malmö psychisch k.o. gewesen", war auch Rechtsverteidiger Christian Schwegler überzeugt. "Das Gegentor war ein Schock."
Schiemer hörte Gulacsi nicht
Hütter verzichtete angesichts des folgenschweren Missverständnisses von Innenverteidiger Franz Schiemer und Goalie Peter Gulacsi auf Schuldzuweisungen. "Vielleicht hat Schiemer einfach den Zuruf von Gulacsi durch die enorme Stimmung nicht gehört", vermutete der Coach. Schiemer bestätigte genau dies. Doppelt bitter, weil beide Akteure zuvor wichtige Szenen hatten: Schiemer, der für den verletzten Martin Hinteregger eingesprungen war, hatte die "Bullen" in der 16. Minute in Führung gebracht, und Gulacsi hielt mit drei Glanzparaden seinen Kasten sauber. Die erste gegen Malmö-Stürmerstar Markus Rosenberg verhinderte in der 13. Minute sogar einen frühen Rückstand.
Dass die Schweden vor fast ausverkauftem Haus trotz spielerischer Unterlegenheit drei hochkarätige Chancen vorfanden und Schwächen in der Salzburger Defensive aufzeigten, wunderte Hütter nicht. "Wir sprechen hier vom Champions-League-Play-off und nicht von einem Bundesliga-Spiel", gab er zu bedenken. "Malmö ist eine starke Mannschaft, wir waren aber besser. Nur in den ersten 15 Minuten waren wir leicht nervös. Am Anfang haben wir zu viel mit langen Bällen agiert. Erst mit den flachen, vertikalen Bällen wurde unser Spiel besser."
Die besten Bilder zu Salzburg gegen Malmö
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