Kein Sieger im 333. Wiener Derby

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Kein Sieger im 333. Wiener Derby

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Das 333. Wiener Derby bringt keinen Sieger hervor. In einer kampfbetonten Partie trennen sich die Wiener Austria und Rapid mit 1:1.

Nur 42 Stunden nach dem Europa-League-Aufstieg in der Ukraine schickte Coach Kühbauer die selbe Elf auf das Feld, bei der Austria feierte Ohio sein Startelfdebüt. Rapid waren die Reisestrapazen in Hälfte eins deutlich anzumerken: Die Austria wirkte angetrieben von 11.035 Fans bissiger, zweikampfstärker. Einzig Chancen fehlten lange – auf beiden Seiten. Zumindest Halbchancen für Rapid: Fountas wurde zwei Mal gut gestört (9., 13.), Ullmann verzog aus 20 Metern knapp (21.). Wie aus dem Nichts jubelte dann die Austria. Nach Flanke von Martel netzte Innenverteidiger Mühl – 1:0. Rapid-Keeper Gartler war chancenlos, die Generali-Arena stand Kopf. Auf die Reaktion der Grün-Weißen musste man vor Seitenwechsel vergeblich warten. 1:0, Pause – durchaus verdient.

Grüll lässt Rapid direkt nach der Pause jubeln

In der Kabine schien Coach Kühbauer die richtigen Worte gefunden zu haben. Nur 122 Sekunden nach Seitenwechsel jubelten die rund 1.250 mitgereisten Rapid-Fans: Flanke Grahovac, Kopfball Grüll – 1:1 (48.). Der Neo-Rapidler traf damit auch im fünften Spiel in Serie, brachte Grün-Weiß mit seinem siebenten Pflichtspieltor der Saison zurück ins Spiel.

Chancenarme zweite Halbzeit – verdientes Remis

Wer jetzt ein chancenreicheres Spiel erwartet, wurde enttäuscht. Beide Teams waren auch in Hälfte zwei auf eine stabile Defensive fokussiert. Alles lief auf ein heißes Finish hinaus. Grüll vergab für Rapid, scheiterte aus kurzer Distanz an Keeper Pentz (77.). Dann die Austria: Huskovic vergab nach idealem Konter, scheiterte an Gartler (86.). Der Schlusspunkt eines schwachen Derbys. Die Austria bleibt Letzter, Rapid rutscht vor der Länderspielpause auf Rang vier ab.

Stimmen zum Spiel:

Manfred Schmid (Austria-Trainer): "Grundsätzlich muss ich sagen, dass es ein sehr zerfahrenes Spiel war mit vielen technischen Unzulänglichkeiten. Wir haben es in vielen Phasen verabsäumt, die Umschaltsituationen besser fertig zu spielen. Ich glaube, dass das Unentschieden zu 100 Prozent leistungsgerecht ist. Jetzt von zwei verlorenen Punkten zu sprechen, wäre vermessen. Die Mannschaft hat gekämpft, alles gegeben um zu gewinnen, den Einsatz kann man ihnen nicht absprechen. Natürlich wird mir schlecht, wenn ich auf die Tabelle schaue, das müssen wir schnell ändern."

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Wenn ich mir die Statistiken anschaue, sehe ich, dass wir überall besser waren, dieses Gefühl hatte ich auch im Spiel. Uns hat aber ein bisschen die Genauigkeit gefehlt, speziell erste Halbzeit, wo wir viele Bälle verloren haben. Die Austria hat glücklich das 1:0 gemacht, wir dann nach der Pause mit einer schönen Aktion den Ausgleich. Wir waren dann die aktivere Mannschaft, ohne dass wir uns große Chancen herausspielen konnten. Wir waren optisch die bessere Mannschaft, die Austria ist gut gestanden. Angesichts der Belastung in den letzten Wochen müssen wir das X nehmen. Es ist nicht so, dass wir so viele Chancen wie in den letzten beiden Derbys gehabt haben."

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