CL-Sieger Chelsea feuert Coach Di Matteo

Paukenschlag

CL-Sieger Chelsea feuert Coach Di Matteo

Nach 0:3-Pleite gegen Juve und drohendem Aus in Gruppenphase.

Ein halbes Jahr ist es her, da hatte Roberto Di Matteo dem englischen Fußball-Traditionsclub Chelsea den historischen ersten Titel in der Champions League beschert. Am Mittwoch bezahlte der Italiener für eine sportliche Talfahrt. Chelsea trennte sich nach einem 0:3 bei Juventus Turin von seinem Cheftrainer. Die Londoner stehen als erster Titelverteidiger der Geschichte bereits in der Gruppenphase der Königsklasse vor dem Aus.

Chelsea in der Krise
Dazu haben die "Blues" vier Ligaspiele in Serie nicht mehr gewonnen, liegen nach starkem Saisonstart vier Punkte hinter Spitzenreiter Manchester City auf dem dritten Tabellenplatz. "Die jüngsten Leistungen und Ergebnisse des Teams waren nicht gut genug, sodass der Besitzer und der Vorstand das Gefühl gehabt haben, dass eine Veränderung notwendig ist", erklärte der Club in einer Stellungnahme.

Acht Trainer in Abramowitsch-Ära
Besitzer Roman Abramowitsch ist nicht für sein Zaudern bekannt. Seit der Übernahme durch den russischen Milliardär im Sommer 2003 hat Chelsea acht Cheftrainer verbraucht. Di Matteo selbst war erst im März vom Assistenten zum Hauptverantwortlichen aufgestiegen, nachdem die Londoner den Portugiesen Andre Villas-Boas vor die Tür gesetzt hatten. Es folgten Triumphe im CL-Finale gegen Bayern München (Elferschießen) und im FA-Cup-Finale gegen Liverpool (2:1).

Nachfolger "in Kürze" präsentiert
Im Juni wurde Ex-Spieler Di Matteo mit einem Zweijahresvertrag belohnt. "Wir werden nie vergessen, welchen großen Beitrag er zur Geschichte dieses Clubs geleistet hat", versicherte Chelsea in seiner Stellungnahme. Ein Nachfolger für den 42-Jährigen soll laut Clubangaben "in Kürze" präsentiert werden. Abramowitsch gilt als großer Bewunderer des ehemaligen Barcelona-Trainers Pep Guardiola. Ob dieser seine einjährige Auszeit vom Fußball früher als geplant beenden will, darf aber bezweifelt werden.

Kommt jetzt Benitez?
Als Favorit auf die Nachfolge gilt daher der frühere Liverpool-Coach Rafael Benitez. Abramowitsch soll bereits am Dienstag vor dem Schlüsselspiel bei Juventus mit dem Spanier Kontakt aufgenommen haben. "Unser Ziel ist es, so konkurrenzfähig wie möglich zu bleiben", betonte Chelsea. "Dem Club steht eine schwierige Aufgabe bevor, sich noch für die K.o.-Phase der Champions League zu qualifizieren. Außerdem wollen wir in der Premier League um die Spitze mitspielen."

Schreibt Chelsea Geschichte?
Tatsächlich sind die Londoner nach der Pleite in Turin in der Königsklasse auf Schützenhilfe von Schachtar Donezk angewiesen. Sollten die bereits qualifizierten Ukrainer zum Abschluss in zwei Wochen gegen Juve nicht gewinnen, würde Chelsea auch ein Kantersieg gegen Außenseiter FC Nordsjälland nicht mehr nutzen. Dann wäre es amtlich: der erste Titelverteidiger seit Einführung der Champions League 1992, der bereits in der Gruppenphase scheitert.

Stark begonnen, stark nachgelassen
Dabei war Chelsea stark in die neue Saison gestartet. Von den ersten acht Ligaspielen gewannen die Londoner sieben, spielten einmal Remis. Seither gab es in acht Pflichtspielen nur zwei Siege. Di Matteo wurde zuletzt auch seine defensive Spielweise vorgeworfen - jene, mit der er den Club im Frühjahr noch in der Champions League reüssiert hatte. Am 19. Mai strahlte Abramowitsch noch, als er in München erstmals die wichtigste Trophäe im europäischen Clubfußball in Händen halten durfte.

 

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