0:1! Austria kassiert Heimpleite gegen Sturm

Fan-Proteste

0:1! Austria kassiert Heimpleite gegen Sturm

Austria Wien verliert Krisen-Gipfel gegen Sturm zu Hause mit 0:1.

Sturm Graz hat am Sonntag in der Fußball-Bundesliga einen 1:0-Auswärtssieg gegen die Austria gefeiert. Dank des Treffers von Sandi Lovric in der 79. Minute verbesserten sich die Steirer an die dritte Stelle der Meistergruppe. Die Wiener liegen auf dem sechsten und letzten Platz, der nicht zum Antreten im Europa-League-Play-off berechtigt.

Der zweite 1:0-Sieg von Sturm über die "Veilchen" binnen drei Wochen verschärfte die ohnehin schon angespannte Situation am Wiener Verteilerkreis. Die Austria hat in diesem Jahr sechs ihrer sieben Pflichtspiele verloren, dazu gab es massive Fan-Proteste gegen Club-Vorstand Markus Kraetschmer.

Zu Beginn hatte die Austria zwar leichte Vorteile, wirklich zwingende Chancen schauten aber nicht heraus. Florian Kleins Schuss in der sechsten Minute war kein Problem für Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl, in der 24. Minute kam Maximilian Sax in guter Position einen Schritt zu spät, wenige Sekunden später flog ein Kopfball von Michael Madl relativ deutlich über das Tor. Die beste Gelegenheit vor der Pause fand Sturm vor: Nach Pass von Lovric tauchte Stefan Hierländer allein vor dem Austria-Gehäuse auf, scheiterte aber an Schlussmann Patrick Pentz (31.).

Goalie-Patzer entscheidet Partie

In der zweiten Hälfte wurde die Partie zunächst flotter, beide Teams suchten schneller den Weg vor das gegnerische Tor. Ein Schuss von Michael Lema zog am langen Eck vorbei (55.), auf der Gegenseite vergab Bright Edomwonyi die beste Chance der Austria, als er nach Vorlage von Christoph Martschinko aus kurzer Distanz in Siebenhandl seinen Meister fand (59.).

Als die Partie schon auf eine Nullnummer hinauszulaufen schien, servierte Pentz den Gästen das entscheidende Tor auf dem Silbertablett. Der Keeper wehrte einen eigentlich harmlosen Stanglpass vor die Füße von Lovric ab, der nur noch abstauben musste. Für den ÖFB-U21-Teamspieler war es der erste Bundesliga-Treffer überhaupt. Die Austria kam danach zu keiner ernstzunehmenden Chance mehr, dafür ließ Markus Pink in der 91. Minute die große Möglichkeit auf das 2:0 für Sturm aus. Der Angreifer stand dabei zwar im Abseits, das Tor hätte aber gezählt.

Trotzdem blieb es beim zweiten Sieg der Grazer im sechsten Liga-Spiel dieses Kalenderjahres, beide Male gegen die Austria. Die Violetten hingegen halten 2019 bei sechs Niederlagen und nur einem Erfolg, unter Trainer Robert Ibertsberger wurden alle drei Matches verloren. Nicht nur für den Coach, auch für Kraetschmer wird die Lage immer ungemütlicher. Der Austria-Vorstand sah sich im Zuge des am 1. Mai in der Generali-Arena geplanten Cup-Finales zwischen Rapid und Red Bull Salzburg Anfeindungen ausgesetzt, Fans forderten auf Transparenten und in Sprechchören seinen Rücktritt.

Stimmen zum Spiel

Robert Ibertsberger (Austria-Trainer): "Wir haben sehr wenig Räume bekommen von Sturm Graz, die das richtig gut gemacht haben in der Defensive. Wenn wir uns einmal freispielen konnten, haben wir nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Da ist auch die eine oder andere Position nicht optimal gewesen, speziell erste Halbzeit, die haben wir dann versucht zu korrigieren. Wir hatten gefühlt mehr vom Spiel, haben aber keine zwingenden Torchancen kreiert. Es war eigentlich ein klassisches 0:0. Die Spieler sind sehr leer im Moment. Es wird richtig schwer, die Partie in den nächsten ein, zwei Tagen aufzubereiten."

Roman Mählich (Sturm-Trainer): "Ich denke, dass wir heute der glückliche Sieger sind. Die Austria war stets gefährlich und war phasenweise die für mich bessere Mannschaft. Auch wir haben es phasenweise gut gemacht. Ein Moment, der glücklich zustande gekommen ist, hat dann zum Siegestor für uns geführt. Es gibt keinen Grund zu großer Euphorie, es war ein normales Fußballspiel."

Lesen Sie auf Seite 2: WAC beendete mit 3:1 in St. Pölten sieglose Serie

Der Wolfsberger AC hat am Sonntag in der Fußball-Bundesliga nach neun sieglosen Spielen wieder drei Zähler geholt. Die Kärntner gewannen in St. Pölten das Duell der beiden Außenseiter der Meistergruppe verdient mit 3:1 (1:0) und überholten mit dem ersten Erfolg seit 11. November die Niederösterreicher.

Romano Schmid, der für den angeschlagene Kevin Friesenbichler in die Startelf gekommen ist, mit seinem ersten Bundesliga-Tor für den WAC (45.) und Michael Liendl mit einem Doppelpack (85., 89./Foulelfmeter) waren die Matchwinner der Gäste. Dem eingewechselten Eldis Bajrami gelang nur der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (87.).

Die ersten Minuten gehörten den Heimischen, die auch die erste gute Möglichkeit vorfanden. Nach einem Foul an Kwang Ryong Pak an der Strafraumgrenze wurde der Freistoß von Rene Gartler abgeblockt (4.). Bald danach fanden aber die Wolfsberger ins Spiel, Marcel Ritzmaier verzog in aussichtsreicher Position (14.).

In der 24. Minute Schock für St. Pölten: Pak, bis dahin auffälligster Spieler der Heimischen, verletzte sich bei einem Zusammenprall mit WAC-Torhüter Alexander Kofler und wurde mit Verdacht auf Knöchelbruch vom Feld getragen. In der 54. Minute fiel auch Luca Meisl mit einer Sprunggelenksverletzung aus - mit Pak, Meisl und Taxiarchis Fountas, der mit einer Schulterverletzung bis Saisonende fehlen wird, droht damit der Ausfall von gleich drei Leistungsträgern.

Liendl entscheidet Partie

Unmittelbar vor der Pause machte der WAC im gegnerischen Strafraum richtig viel Druck. Zunächst traf Sekou Koita per Kopf die Latte, der Nachschuss wurde abgeblockt (44.). Eine Minute später schloss Schmid aber perfekt ab: Der 19-Jährige wurde nicht attackiert, zog aus 20 Metern ab und traf in die lange Ecke. Ein Schuss von Michael Liendl in der Nachspielzeit wurde noch entscheidend abgeblockt.

Kurz nach dem Wechsel fanden die St. Pöltner ihre bis dahin beste Chance vor, Daniel Luxbacher schoss aber klar über das Tor (48.). Die Mannschaft von Christian Ilzer hatte aber meist alles im Griff und war immer wieder brandgefährlich. Mario Leitgeb traf nach Liendl-Freistoß per Kopf die Latte (58.), ein Treffer von Schmid wurde wegen knapper Abseitsposition aberkannt (67.), Ritzmaier schoss über das Tor (76.). Liendl machte es in der 85. Minute mit einem satten Schuss besser.

St. Pölten durfte nach dem Tor von Bajrami (87.) kurz wieder hoffen, doch Liendl machte zwei Minuten später alles klar: Nach einem Foul von Daniel Drescher an Koita verwertete er den Elfmeter sicher zum Endstand. Wermutstropfen für den WAC war die Verletzung von Christopher Wernitznig, der nach einem Zusammenprall mit Torhüter Christoph Riegler vom Feld getragen werden musste (84.).