Knalleffekt: Bundesliga setzt auf Punkteabzug

Neues Strafenkonzept

Knalleffekt: Bundesliga setzt auf Punkteabzug

Die österreichische Bundesliga wird ein neues Sanktionskonzept beschließen.

Die Bundesliga bekommt ein neues und schärferes Sicherheitskonzept - der erste Schritt dafür wurde in der Klubkonferenz am Dienstag getan. So soll - trotz des Widerstands von Rapid - der Strafenkatalog derart umgestaltet werden, dass für Verfehlungen von Fans nun Punkteabzüge als neues Instrument zur Bestrafung eingeführt werden. Die Bundesliga will damit auf Platzstürme, Schlägereien und rassistische Sprechchöre reagieren. Das neue Konzept soll 2019/20 in Kraft treten.

"Wenngleich der Punkteabzug immer das letzte Mittel sein muss, müssen Übeltätern die möglichen Konsequenzen ihres Handelns bewusst sein, denn sie schaden damit immer dem Fußball und vor allem ihrem eigenen Verein", so die Bundesliga in einer Aussendung. Die diesbezüglichen Beratungen von Bundesliga und Clubs laufen seit Monaten.

Dem Senat 1 der Bundesliga soll für die Fälle von Zuschauerfehlverhalten für die Saison 2019/20 ein Maßnahmenkatalog vorgelegt werden, anhand dessen sich transparent und nachvollziehbar die zu setzenden Sanktionen ergeben. Die wesentliche Basis des neuen Sanktionskonzepts sind gemäß einer Bundesliga-Aussendung nach wie vor Geldstrafen, die in Verbindung mit der konsequenten Täterausforschung eine größere Relevanz gewinnen sollen.

Fokus auf Täterausforschung

Primäres Ziel sei die Ausforschung der verantwortlichen Täter durch den Club, die Verhängung von Stadionverboten sowie gegebenenfalls ein Regress gegen die Täter. Milderungsgründe für die Strafbemessung in der Höhe von 25 Prozent seien demnach bei erfolgreicher Identifizierung eines Täters mit entsprechenden Maßnahmen, von 50 Prozent bei Identifizierung von mehr als einem Täter bzw. bis zu 50 Prozent der Täter und 75 Prozent Milderung bei Identifizierung von mehr als 50 Prozent der Täter gegeben.

Ergänzend zu den Geldstrafen soll in den kommenden Monaten ein System erarbeitet werden, das dem Strafsenat zusätzlich die Aussprache von konkreten sicherheitstechnischen bzw. gewaltpräventiven Maßnahmen ermöglicht und dadurch eine bestmögliche Verhinderung von Vorfällen bietet.

Bei schweren Vorfällen solle der Handlungsspielraum erweitert werden, wie die Klubkonferenz der höchsten Spielklasse beschlossen hat. Daher werde die Bundesliga beim Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) den Antrag stellen, den Punkteabzug für die darauffolgende Saison in den Strafenkatalog aufzunehmen und gleichzeitig auch die Bewährungsfrist auf 24 statt bisher zwölf Monate zu erhöhen.

Zudem kam man zu der mehrheitlichen Meinung, dass das rechtssprechende Organ bei wiederholten schwerwiegenden Fällen im Sinne von Eskalationsstufen in einem Zeitraum von 24 Monaten die Möglichkeit haben soll, einen Punkteabzug zu verhängen.