Das sagt Edlinger über die Rapid-Fans

Rapid Wien

Das sagt Edlinger über die Rapid-Fans

Artikel teilen

Rapid stolpert gleich zu Saisonbeginn in eine veritable Krise.

Sportlich läuft es nicht nach Wunsch bei Rapid. Mit Pech und Unvermögen vermasselte man sich einen guten Saisonstart. Besonders schmerzte die Fans der hergeschenkte Derby-Sieg - das taten sie auch kund. Zu den Fanskandalen, Spielunterbrechungen und Geldstrafen kam dann auch noch die höchst unangenehme "Spuck-Affäre" von Trainer Djuricin.

Ex-Präsident Rudolf Edlinger nahm zum Chaos bei seinem Herzensklub in der "Kleinen Zeitung" Stellung. "Ich kenne keinen einzigen Vorschlag zur Lösung des Fan-Problems, der machbar wäre und tatsächlich eine radikale Veränderung der Situation herbeiführen würde", ist auch Edlinger ratlos, allerdings: "Man muss mit den Leuten reden."

Edlinger sieht aber ein weiteres Problem: "Kaum haben sie eine Gruppierung im Griff, kommen neue Leute nach." Laut Edlinger ist es nur eine kleine Gruppe, die Unruhe stiftet: "Mit einem übergroßen Teil der Fanklubs gibt es Gespräche und Kontakte. Aber darunter verbergen sich ein paar Dutzend Leute, die Verrückte sind und ihre Aggressionen ausleben."

Auch Stadionverbote befürwortet Edlinger: "Man muss Gespräche führen, Kontrollen verstärken, massive Sanktionen – sprich Stadionverbote – aussprechen. Das Problem dabei ist aber die Beweisführung." Präsident Michael Krammer hat es deshalb gerade nicht leicht. "Ich halte ihn für einen hervorragenden Präsidenten, der derzeit große Probleme hat. Es macht halt einen Unterschied, ob die Hardcore-Fans in einen VW-Bus passen oder sie einen Sonderzug brauchen."

Das einfachste Mittel, enttäuschte Fans zu beruhigen, ist sportlicher Erfolg. "Wir spielen nicht Fußball, damit sich 26.000 Leute freuen, sondern um zu gewinnen. Und wenn das nicht so ist, kommt es zu Polarisierungen, die ich verurteile." Aber was fehlt Rapid denn, um vorne mitzuspielen? "Wir haben in den letzten Jahren zu viele Spieler mit zu geringem Niveau verpflichtet und jetzt haben wir das Problem eines zu großen Kaders. Bevor wir an weitere Verpflichtungen denken können, müssen Spieler weg." An eine Wiederholung der Rapid-Krise aus der Vorsaison glaubt Edlinger nicht: "Ich bin überzeugt davon, dass wir unter die ersten drei kommen."

OE24 Logo