Riesen-Wirbel um 10.000 Fans bei Rapid-Spiel

Trotz steigender Corona-Zahlen

Riesen-Wirbel um 10.000 Fans bei Rapid-Spiel

Obwohl die Neuinfektions-Fälle wieder steigen, spielt heute Rapid zum Bundesliga-Saisonstart vor 10.000 Fans. 

Am Freitagabend spielt Vizemeister SK Rapid Wien zum Bundesliga-Saisonauftakt vor 10.000 Fans im Allianz Stadion. Dass so viele Zuschauer zum Spiel vor Ort pilgern, schmeckt nicht jeden - denn immerhin steigen seit Tagen die Corona-Zahlen wieder stark an. Aktuell sind nur noch maximal 10.000 zugelassen, sofern die Corona-Ampel auf Grün steht. Beim aktuellem Gelb sind nur noch 5.000 zugelassen und bei Orange nur noch 500.
 
Obwohl Wien bereits auf Gelb steht, dürfen heute noch 10.000 Fans ins Stadion, weil noch die gesetzliche Grundlage fehlt. Rapids Wirtschaftsgeschäftsführer Peschek sagt, man habe die behördlichen Bewilligungen und Rückmeldungen, dass man mit 10.000 Zusehern gegen die Admira planen dürfe.

Rapid besonders hart von Krise getroffen

Zu wohl keiner anderen Veranstaltung strömen in Österreich Woche für Woche so viele Menschen wie zu Spielen der Fußball-Bundesliga. Den höchsten Zuschauerschnitt hat traditionell Rekordmeister Rapid Wien, im Grunddurchgang 2019/20 lag dieser vor dem Beginn der Covid-19-Pandemie bei über 18.000.
 
Bei den Grün-Weißen wollten die Verantwortlichen vorerst keinen Kommentar zu den neuen Maßnahmen abgeben. Das aus gutem Grund, denn Rapid bestreitet am Freitagabend (18.30 Uhr) das erste Spiel in der neuen Meisterschaft. Dem gelte die gesamte Aufmerksamkeit, hieß es aus dem Verein. Gegen die Admira sind im Allianz Stadion noch die im Sommer vorab für den Herbst zugelassenen 10.000 Zuschauer erlaubt, diese Kapazität wird wohl auch ausgeschöpft werden.
 
© TZOe/Philipp Scheichl
 
Wie schlimm Rapid und andere Vereine die Reduzierung der Höchstgrenze wirtschaftlich treffen wird, kann nur grob abgeschätzt werden. Der Unterschied "von 10.000 auf 5.000 liegt bei uns noch einmal im siebenstelligen Bereich", hatte Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek der APA unter der Woche gesagt.
 
© gepa
 
Allein die grün-weißen Dauerkarten-Besitzer übersteigen die Marke von 3.000 weit. Bis dato wurde für die neue Saison immer mit 10.000 geplant, sämtliche Konzepte sind darauf ausgerichtet. Ähnliche Probleme haben nun Meister Red Bull Salzburg, auch im dortigen Stadion sind aktuell noch 10.000 Besucher erlaubt, Sturm Graz und die Wiener Austria, die in puncto Zuschauerschnitt direkt nach Rapid kommen.

Stadtrat Hacker: "Rapid-Fans haben es in der Hand"

Die Bundesliga-Auftaktpartien sind von den schärferen Regeln für Großveranstaltungen noch nicht betroffen. Damit dürfen am heutigen Freitagabend 10.000 Fans ins Rapid-Stadion, in Wien-Favoriten darf die Austria über 7.000 zahlende Gäste einlassen. "Es gibt wirklich vorbildlichste Präventionskonzepte", lobte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Freitag die Vorarbeiten der Clubs.
 
"Die Veranstaltungen heute, so wie die letzten Fußballspiele und auch die nächsten Fußballspiele, sind alle durch ordentliche Begutachtungen durchgelaufen", sagte Hacker in einer Pressekonferenz. "Ich glaube, dass das heute ein gutes Beispiel sein wird, wie kann ein intelligentes Präventionskonzept auch am Fußballplatz umgesetzt werden."
 
Auf die Anhänger von Rapid verwies er gesondert, da in Hütteldorf der größte Zustrom erwartet wird. "Die Rapid-Fans haben es heute in der Hand, zu zeigen (...), dass sie dieses Konzept verstanden haben, die Idee verstanden haben, und zu zeigen, ob es weiter möglich ist, auf diese Art und Weise Fußballspiele mit Publikumsbeteiligung abzuhalten." Klar sei, so Hacker, "dass die Virusbelastung im geschlossenen Raum eine wesentlich höhere ist als die Virusbelastung unter freiem Himmel".