So reagiert die Fußball-Welt auf BVB-Haaland

Dortmund machte das Rennen

So reagiert die Fußball-Welt auf BVB-Haaland

Der Wechsel von Star-Stürmer Erling Haaland wurde fast ausnahmslos positiv aufgenommen.

Der Wechsel von Erling Haaland von Österreichs Fußball-Serienmeister Salzburg zu Borussia Dortmund in die deutsche Bundesliga ist in der norwegischen Heimat des Sturmtalents super aufgenommen worden. Viele Medien und Fußball-Experten werteten den Transfer als richtigen Karriereschritt für den 19-Jährigen, den sie seit Monaten auf Schritt und Tritt beobachtet haben.
 
Mehrere Fußball-Experten wiesen darauf hin, dass Dortmund sehr gut zu Haaland passe, weil sich die Mannschaft besonders viele Chancen erarbeite. Zuletzt habe es aber an dem Mann gefehlt, der im Sturmzentrum am rechten Ort stehe. "Er kann viele ihrer Probleme lösen", sagte TV-Experte Eivind Bisgaard Sundet der Zeitung "Aftenposten". Carl-Erik Torp, Fußballexperte beim norwegischen Rundfunksenders NRK, schätzte das so ein: "Dortmund ist eine Mannschaft, die sich viele Chancen erarbeitet, und Haaland wird auch viele Chancen bekommen. Das ist ein spannender und cooler Wechsel."
 
Beim BVB hat der Riesen-Stürmer Haaland (1,93m) beste Chancen auf einen Stammplatz und könnte schon am 18. Januar beim Rückrundenstart in Augsburg in der Stammelf stehen. Trainer Lucien Favre könne mit Haaland als Mittelstürmer planen, auf dem rechten Flügel soll Jadon Sancho zaubern, über links kommt Thorgan Hazard oder Raphael Guerreiro. Hinter den Spitzen spielt Kapitän Marco Reus. 
 

Deutschland besserer Weg als England

"Borussia Dortmund wird schnell zu einem ziemlich schönen Ort für Erling Haaland werden", schrieb die norwegische Zeitung "Dagbladet". Der Schritt sei mit Blick auf seine Entwicklungsmöglichkeiten klüger als etwa ein Wechsel in die stärker im weltweiten Fokus stehende Premier League - dort hatte Manchester United auf eine Verpflichtung des Talents gehofft.
 
Trotz seiner beeindruckenden Torquote in Salzburg müssten die Ansprüche an den Jungprofi vielleicht aber etwas heruntergeschraubt werden, meinte die Zeitung "Verdens Gang". "Kann man eigentlich erwarten, dass das so weitergeht, dass ein Bursche im Alter von 19 Jahren und fünf Monaten eine der weltbesten Fußballligen dominiert?" Haaland verdiene "Geduld - und Zeit, wenn er sie benötigt".
 
 

"Ein Bonbon" für Dortmund - Internationale Pressestimmen

Deutschland:

"Bild": "Dortmund hat das Werben um Salzburgs Wunderstürmer Erling Haaland gewonnen und damit wohl den ultimativen Winter-Transfer gelandet. (...) Haaland ist für den BVB deutlich mehr Chance als Risiko. Und doch bedeutet der Transfer (...) auch eine Verpflichtung. Besonders für Trainer Lucien Favre! Ab sofort steht dem Schweizer auch ein echter Stoßstürmer zur Verfügung. Damit ist (...) die Champions-League-Qualifikation das absolute Muss."

"Süddeutsche Zeitung": "Dem Vernehmen nach wollte auch Juventus Turin Haaland verpflichten. Doch es gab wohl keinen Klub, der ihn so dringend braucht wie der BVB. Besonders gegen Ende des Jahres (...) wurde deutlich, dass dem BVB Präsenz im Strafraum und Abschlussstärke fehlen. Von vielen kleineren und größeren Problemen, Meinungsverschiedenheiten über die Taktik von Trainer Lucien Favre oder Zweifeln an der Einstellung einiger Spieler, war dies die eklatanteste Schwäche."

Norwegen:

"Verdens Gang": "Es erscheint so, dass die meisten sich einig sind, dass der Dortmund-Wechsel zu diesem Zeitpunkt perfekt für Haaland ist. Er hat unglaubliche 28 Mal in 22 Spielen für Salzburg getroffen diesen Herbst. Aber kann man eigentlich erwarten, dass das so weitergeht, dass ein Bursche im Alter von 19 Jahren und fünf Monaten eine der weltbesten Fußballligen dominiert? Vielleicht ist es auch in Ordnung, die Haaland-Ansprüche etwas zu senken vor seinem Eintreffen in der Bundesliga? Norwegen kann einen Weltklassespieler bekommen, und wir können darauf hoffen, dass die Treffer-Orgie diesen Frühling weitergeht. Aber niemand kann das erwarten. Erling Haaland verdient Geduld - und Zeit, wenn er sie benötigt."

"Dagbladet": "Borussia Dortmund wird schnell zu einem ziemlich schönen Ort für Erling Haaland und seinen nächsten Karriereschritt werden. Es ist ein großer und ambitionierter Club in einer der fünf großen Ligen Europas und auch ein Club, bei dem die Ansprüche und die tägliche Aufmerksamkeit geringer sein werden als bei Manchester United. Haalands Wechsel nach Dortmund ist sowohl spannend als auch interessant: Spannend, weil die Bundesliga rein sportlich das Smarteste sein kann, was er mit Blick auf seine Entwicklungsmöglichkeiten in einem viel weniger gehypten Umfeld als die Premier League machen kann. Interessant, weil der Junge niemals verheimlicht hat, dass England ein Ziel von ihm ist."

Spanien:

"Mundo Deportivo": "Der junge Stürmer war mit einer Ausstiegsklausel von 20 Millionen Euro ein Bonbon für die Großen des alten Kontinents. Der BVB wird nun die Summe zahlen, um sich die Dienste des vielversprechenden Angreifers zu sichern. (...) Auch Juve und United hatten starke Angebote gemacht, aber letztlich war Borussia Dortmund das Team, das den Sieg davongetragen und den Norweger verpflichtet hat."

"Sport": "Der erste Knüller des Winter-Transfermarktes ist da. (...) Der norwegische Torjäger kommt nach Dortmund und wird ein klarer Konkurrent des ehemaligen Barca-Spielers Paco Alcacer im Sturm des Bundesliga-Clubs."

Italien:

"Gazzetta dello Sport": "Alle wollten ihn. Den jungen Riesen. Juve hat ihn mehrmals nach Turin eingeladen, genommen hat ihn sich aber Borussia Dortmund (...). Es ist ein riesiges Geschäft für den deutschen Club. Weil Haaland unglaublich stark ist und noch stärker werden kann. Weil er eine explosive Art zu spielen hat, die noch verfeinert werden muss. Erling ist ein Riesentier von 1,94 Metern, was keine Hürde für Schnelligkeit ist. Er ist in der Tat unglaublich schnell, unaufhaltsam, mit diesen Beinen, die länger aussehen als sie sind."