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Liga-Manipulationen

Italien zieht Schlussstrich unter Fußball-Skandal

Mit Augenmaß und Milde hat das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) die Strafen gegen Juventus Turin, Lazio Rom und den AC Fiorentina abgeschwächt.

Mit den verringerten Strafen zog das CONI-Schiedsgericht einen Schlussstrich unter den größten Fußball-Skandal in der Geschichte des Landes. "Ich hoffe, dass damit alles erledigt ist", sagte der Kommissarische Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC), Luca Pancalli. Die Klubs äußerten sich weitgehend zufrieden und werden nicht mehr vor das Verwaltungsgericht ziehen.

Dem zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilten Rekordmeister "Juve" wurden acht Strafpunkte erlassen. Damit erscheint der direkte Wiederaufstieg in die erste Liga so gut wie sicher, der finanzielle Verlust für die Turiner hielte sich in Grenzen. Vom drittletzten Platz der Serie B klettert Juventus durch den Strafnachlass mit nun zehn Punkten auf Platz zwölf. Damit trennen den Traditionsverein nur noch vier Punkte von einem Aufstiegsplatz.

"Unser Einsatz und unsere Opferbereitschaft sind zumindest teilweise gewürdigt worden. Das Urteil ist für uns in Ordnung", sagte Juve-Präsident Giovanni Cobolli Gigli. Tatsächlich hatte Juve mehr als andere Klubs aktiv an der Aufarbeitung der jahrelangen Liga-und Schiedsrichter-Manipulationen durch seinen Ex-Manager Luciano Moggi und Ex-Geschäftsführer Antonio Giraudo mitgearbeitet.

Ebenso wie Juve erhielt auch Lazio Rom acht Strafpunkte erlassen und klettert damit in der Serie A vom drittletzten auf den 13. Platz. "Wir haben keinerlei Normen verletzt. Eigentlich hätten wir freigesprochen werden müssen, aber jetzt kommt die Wahrheit wenigstens langsam ans Licht und das ist okay für uns", bekräftigte Lazio-Präsident Claudio Lotito.

Bedingt zufrieden zeigte sich auch AC-Fiorentina-Präsident Diego Della Valle. "Wir sind nicht glücklich, aber einigermaßen zufrieden", lautete der Kommentar des Klub-Chefs, dessen Verein vier Strafpunkte erlassen wurden. Florenz bleibt dennoch auf dem vorletzten Platz in der Serie A.

Der schon vom Fußballverbandsgericht nur milde bestrafte AC Milan bekam keine weitere Strafreduktion. "Ein Kommentar zum Urteil erübrigt sich", meinte Milan Vize-Präsident Adriano Galliani. Die Mailänder hatten ohnehin nicht mehr mit einer Strafreduktion rechnen können und als einziger Klub schon die Urteile des Sportgerichts widerspruchslos akzeptiert.