Jantscher gibt Dynamo neue Energie

1 Tor, 2 Assists

Jantscher gibt Dynamo neue Energie

Teamspieler lebte sich in Moskau schnell ein: "Ich finde schnell Anschluss".

Jakob Jantscher hat sich in Russland schnell eingelebt. Ein Tor hat der österreichische Fußball-Nationalspieler bereits für seinen neuen Arbeitgeber Dynamo Moskau erzielt, dazu im beim Stand von 2:1 am Mittwoch abgebrochenen Cupspiel gegen den Stadtrivalen Torpedo beide Treffer vorbereitet. Nun soll sich auch der Erfolg der Mannschaft einstellen. Nach neun Runden liegen die prominent besetzten Hauptstädter lediglich auf Tabellenplatz 14.

Aufholjagd
"Unser Anspruch ist es, weiter vorne mitzuspielen", versicherte Jantscher. "Wir wollen schnellstmöglich nach vorne kommen." Mit dem Neuzugang gelang zuletzt gegen Amkar Perm (3:2) zumindest der erste Heimsieg. Am Sonntag wartet das Derby bei Tabellenführer ZSKA Moskau, eine Woche später geht es gegen den neureichen Zweiten Anschi Machatschkala. "Es kommen zwei sehr schwierige Spiele", sagte Jantscher.

Voll integriert
Erst vor drei Wochen war der 23-jährige Mittelfeldspieler von Meister Red Bull Salzburg zu Dynamo gewechselt. Dort führt er mittlerweile sogar einen Großteil der Standardsituationen aus - trotz so prominenter Mitspieler wie Zvjezdan Misimovic oder Kevin Kuranyi. "Ich bin jemand, der schnell Anschluss findet. In Russland ist das sehr wichtig", meinte Jantscher. "Ich habe mich gut eingelebt. Wenn ich mich wohlfühle, dann kann ich auch Leistung zeigen."

Schildenfeld als Bezugsperson
Eine wichtige Bezugsperson ist Verteidiger Gordon Schildenfeld, mit dem Jantscher einst schon bei Sturm Graz zusammengespielt hat. "Es ist gut, dass einige in der Mannschaft Deutsch sprechen", erklärte der Steirer. Hauptsprache sei Englisch. "Ein paar Brocken Russisch bekommt man auch mit, zumindest die Fußballersprache." Am Freitag bezog Jantscher ein Haus in unmittelbarer Nähe zum Trainingsgelände, um sich den Moskauer Stadtverkehr zu ersparen.

Hitzige Stimmung
Wie heiß es in der russischen Hauptstadt zugehen kann, bekam der Österreicher am Mittwoch im Cup gegen den Zweitligisten Torpedo hautnah zu spüren. Die Partie war bereits in der ersten Hälfte für mehr als zehn Minuten unterbrochen, nachdem zahlreiche Feuerwerkskörper auf dem Spielfeld gelandet waren. In der 51. Minute brach der Schiedsrichter dann endgültig ab. Die Begegnung dürfte mit 3:0 für Dynamo strafverifiziert werden.

"Die Fans sind ziemlich verfeindet. Der Abbruch war wahrscheinlich das Beste, sonst wäre die Sache noch mehr eskaliert", meinte Jantscher. Auch in seiner Nähe sei ein Böller explodiert. "Wir sind rein in die Kabine, dann wieder raus. Da ist es schwierig, im Rhythmus zu bleiben", erklärte der Flügelspieler. Auch gegen ZSKA sei ein hitziges Spiel zu erwarten - und eine Steigerung von Dynamo. "Wir sollten noch besser werden, wenn wir besser zusammengespielt sind."

Warnung vor Kasachstan
ZSKA empfängt den Stadtrivalen auf Kunstrasen. Auf einem solchen muss Jantscher, sofern am Dienstag von Teamchef Marcel Koller nominiert, zwei Wochen später mit dem ÖFB-Team auch in der WM-Qualifikation in Kasachstan bestehen. "Im letzten Jahr war es dort nicht einfach", erinnerte Jantscher an ein 0:0 in Astana. "Wir wollen bestätigen, was wir gegen Deutschland (1:2) gezeigt haben - auch wenn wir da verloren haben."

Man müsse gegen den Außenseiter mit demselben Engagement zu Werk gehen wie gegen den Topfavoriten. Nach dem Hinspiel am 12. Oktober in der kasachischen Hauptstadt steht bereits am 16. Oktober das Rückspiel auf dem Programm. "Sechs Punkte wären extrem wichtig, weil wir dann den Anschluss nach oben finden würden", rechnete Jantscher vor. Gleiches gilt für seine Clubmannschaft.